Nur für Hartgesottene

Allmählich wird’s Zeit für den Jahresrückblick. Die üblichen Rückblicke gehen ja schon Anfang bis Mitte Dezember über den Äther, und da frag ich mich immer, obs denn im Dezember keine berichtenswerten Highlights mehr gibt, außer brennenden Lichtlein nix gewesen …

Andererseits ist ein Jahresrückblick, der erst im Februar auftaucht, auch nicht mehr so ganz zu vertreten. Also schnell noch zum Ende des Januars raushauen …

Das ist jetzt gar nicht so einfach.
Ich leg mir ja bei Spotify jeden Monat eine neue Playliste an, in der ich dann Songs sammle, die mir positiv auffallen. Diese Playliste hör ich mir dann im Folgemonat ein paarmal durch und sortiere die guten ins Töpfchen, sprich, die jeweilige Monatsplayliste, die ich dann auch hier vorstelle.

Am Ende des Jahres, bzw. zu Beginn des neuen Jahres, hör ich mir dann nicht die gekürzten und hier vorgestellten Playlisten durch, sondern die langen, und packe die dann in die Jahresplayliste die Sachen rein, die mich weiterhin begleiten sollen. Mir quasi ans Ohr gewachsen sind.

Beim ersten Auswählen spiel ich die Sachen natürlich nur an, aber wenn dann die erste Version der Playliste steht, hör ich sie schon etwas genauer durch. Beim Kochen, beim Putzen, in der Badewanne, im Auto, zu Fuß, beim Einschlafen und beim Aufwachen …

Nur so als Hausnummer: die erste Version war über 32 Stunden lang bei über 350 Songs.

Mittlerweile ist die Jahres-Rückblicks-Playlist von 2019 in der Best-of Version “nur noch” knapp 22 Stunden lang und knapp 250 Songs schwer. Beim intensiven Hören über die letzte Woche (per Zufallswiedergabe) sind mir keine Titel mehr aufgefallen, auf die ich verzichten möchte. Könnte mir aber durchaus vorstellen, dass der eine oder andere Titel noch fliegt.

WER WILL DAS HÖREN????

Nun, zuallererst mal ich.
Hier mal ne halbe Stunde zum Genießen, dort mal ne Stunde beim Kochen. Und wenn ich ins Allgäu fahre, mal vier Stunden ungestört und am Stück im Auto.

Würde mich freuen, wenn ihr auch ab und zu mal reinhören würdet. Zufallswiedergabe nicht vergessen. Und den Skip-Button rigoros benutzen, wenn euch der Titel nicht gefällt.
Bei 22 Stunden Musik könnte ja schon das eine oder andere dabei, das euch gefällt.

At The Low End

Paul Jackson ist einer der markantesten Bassisten überhaupt.
Meine erste auditive Begegnung mit ihm hatte ich ca 1975 auf dem Herbie Hancock Album “Thrust”. Abgefahrene Basslinien! Würde mal behaupten, dass das meine Initiation in Sachen Groove war. Total hypnotisch. Mike Clark und Paul Jackson formen zusammen ein so unerschütterliches Funk Fundament, dass Herbie Hancock und Bennie Maupin da drüber spielen können, was immer sie wollen, der Groove ist unkaputtbar.

Irgendwann in den 80ern ist Paul Jackson wohl nach Japan umgezogen, was seiner Karriere nicht unbedingt zuträglich war. Die englische Wikipediaseite ist völlig verwaist. Bei Spotify findet man einzwei Alben, aber da es noch einen Paul Jackson gibt, irgendein Singer Songwriter, und Spotify es nicht hinbekommt, die zwei auseinander zu halten, ist das Profil halt doch versaut.

Gegen Ende letzten Jahres ist dann ein Album des Paul Jackson Trios (von 2014) neu bei Spotify aufgetaucht, das jetzt nicht brillant ist, aber trotzdem hörenswert. Ich habe seit Oktober ab und zu mal rein gehört, und mich immer gewundert, warum die Zahl der monatlichen Hörer nur so 60-70 beträgt. Schlechtes Marketing und schlechte Cross-Verlinkung zum Paul Jackson bzw. Headhunters Profil sind bestimmt nur ein Grund.

Bei YouTube hat die Plattenfirma 2018 zwei Videos zum Album eingestellt, einen “Trailer”, der auf sagenhafte 390 Views kommt, und einen im Studio gespielten Song, der unglaubliche 1136 Aufrufe hat. Ich fass es nicht.

Das Album ist jetzt nicht mein Lieblingsalbum, aber diese Ignoranz hat es in keiner Weise verdient. Sind nämlich klasse Sachen drauf, z.B. “What You’re Talkin’ ’bout”, von dem ich schomma beim blind Hören dachte, es sei von Stevie Wonder …

Der Song “Tiptoe Through the Ghetto” ist ein Wiederaufguss des Songs “Tip Toe” von dem wirklich sagenhaften Headhunters Album “The Return of the Headhunters” von 1998. Mir gefällt die alte Version deutlich besser. Manno, Mike Clark ist einfach ein sagenhafter Drummer.

In der Playlist sind 5 Titel des Trio-Albums, 4 Titel des o.g. Headhunters-Albums, und ein Titel vom Herbie Hancock Album “Thrust”.

Hier kommt noch der Titel “Midnight Is A Lonely Heart” als Video:

Und noch ein Video, Bildquali scheißegal, in dem Paul Jackson zusammen mit Mike Clark unterschiedliche Timing Varianten von Grooves erklären. PJ erwähnt kurz den Begriff “Pocket”, und ich könnte mir vorstellen, dass das auch wieder ein bisschen Licht auf das “Pockets” von “Scary Pockets” wirft …

Und hier noch der Link zum Post “But Goldies”, in dem ihr ein Video von Herbie Hancock und den Headhunters von 1975 findet. Natürlich mit Paul Jackson am Bass!

Januar Playlist

This playlist contains December music.

Habe mich entschlossen, die Monats-Playlisten umzubenennen, und zwar in den Monat, in dem sie tatsächlich an den Start gehen. Bisher war ja die “November Playlist” voll mit Musik, die mir im November über den Weg gelaufen ist, aber halt im Dezember veröffentlicht.

Zur Zeit brauch ich immer ein bisschen länger, bis ich mich durch meine ursprüngliche Playlist mit zuerst mal interessanten Titeln durchgehört habe und diese dann (in der Regel) um zwei Drittel gekürzt, hier vorstelle. Höre mir die Liste ja auch mindestens vierfünfmal durch, damit nur das Beste für euch hängen bleibt.
Und nu (Ende Januar) wär ja eigentlich die Dezember Playlist dran, die ich aber in [siehe Überschrift] umbenannt habe.

Auch wenn in den Playlisten immer auch Musik drin ist, die eben erst erschienen ist, ist es ja nicht mein Ziel, nur objektiv neue Sachen vorzustellen. Deshalb dürfen die Neuheiten vom Dezember ruhig in der Januar Playlist auftauchen. In der Januar Liste findet sich z.B. ein Titel von Gerald Gradwohl, der von 2003 ist. Also rein subjektiv neu. Und da ich zum Verallgemeinern neige, gehe ich davon aus, dass der Gradwohl Titel auch für die meisten von euch neu sein wird. Und wer weiß, Quantenscheiß, vielleicht ist der Titel ja auch für Gerald Gradwohl neu, weil ja immer das Beobachtete auch vom Beobachter abhängt.

Hoffe, dass jetzt auch der/die eine oder andere mit mir abhängt, die Füße hoch legt und ein wenig neben dem Alltag Platz nimmt, mit der guten alten neuen Januar Playlist.

Tiefer gelegt

Es gibt wohl kaum Musik, die mehr Leute erreicht, als die Musik von Michael Jackson. Echt niederschwellig. Ich persönlich leg mir zwar nie nix von Jacko auf, aber wenn’s ab und zu von außen an mein Ohr dringt, dann muss ich mich nicht wegducken.

Tony Succar war mir bis vor kurzem unbekannt, bis er und seine Band mir mit folgendem Titel zwischen die Ohren gegrätscht sind:

Okay, okay, Uptown Funk ist von Bruno Mars …
… aber beim weiteren Stöbern nach Sachen von Tony Succar fallen hauptsächlich mal seine Michael Jackson Tributes auf. Und die haben es durchwegs in sich. Gute Laune, Mörder-Band und klasse Arrangements. Jacko goes Latin. Endlich mal Rhythmus hinter dem Geschluchze …

Prädikat: 100% partytauglich

Donnawetter!

Der Nachteil von Junk Food oder industriell verarbeiteten Lebensmittel? Ganz klar: der schlechte Einfluss auf die körperliche Gesundheit!

Der Vorteil? Ganz klar: die Frauen sind nicht mehr an den Herd gebunden und suchen sich ihre Erfüllung anderweitig.

Es soll ja durchaus noch dicke Köpfe geben, auf harten Leibern, die nicht aufhören wollen, sich ob solcher Entwicklungen zu schütteln. Von denen will ich aber nicht reden, sondern eher von denen, die zwar auch ihre Köpfe schütteln, aber auf eine eher rhythmische Art und Weise.

Denn die können gleich mal loslegen und rhythmisch die Köpfe schütteln, oder, wie ich, zwischendrin auch aus Unglauben.

Unglaublich, was für eine scharfe Gitarre Frau Grantis da spielt. So auf den Punkt, so ungewöhnlich, auch von der Besetzung her.

Mir ist Donna Grantis letztes Jahr beim Erscheinen ihrer CD “Diamonds & Dynamite” via Spotify über den Weg gelaufen. Die CD ist klasse, ich verlinke sie weiter unten. Da mir der Name völlig unbekannt war, musste ich ein bisschen googlen. Von 2013 an bis zu seinen Tod war sie Gitarristin bei Prince. Ich hör nicht viel Prince, aber guten Geschmack hatte er!

Neulich hatte ich mal wieder Lust auf Musik von Donna Grantis, un da ist mir aufgefallen (ich guck ja immer nach so was), dass sie nur 319 monatliche Hörer hat. Und das ist jetzt das wirklich Unglaubliche!

Da spielt die jahrelang in der Band von Prince, steht im Monat vor tausenden von Leuten, macht eine sagenhaft interessante CD,, und findet kaum Publikum. Auch die Klickzahlen bei YouTube sind enttäuschend. Kaum 15.000 Views in 10 Monaten. Die Welt ist aus den Angeln, aber das wissen wir ja.

Ich für meinen Teil wünsch mir beim Hören und Gucken von Donna Grantis, dass ich doch seinerzeit was “Gscheits glernt hätt”, zum Beispiel Gitarre spielen, dann könnt ich mir so ein Apparätle kaufen wie sie da im obigen Video benutzt (und im untigen Video erklärt). Oder ich wünschte, ich hätte Weltklassebass spielen gelernt, dann würd ich mal bei ihr anklopfen …

In dem folgenden Interview kommt sie erstaunlich zurückhaltend rüber, was sie aber nicht unsympathisch macht. Nicht unbedingt wortgewandt, aber wer braucht schon Worte, wenn frau so fricking fantastic Gitarre spielen kann.

Bevor ich die CD von Spotify einbette, hier noch zwei Videos aus ihrer Zeit vor Prince. Als alter Billy Cobham Fan gefällt mir natürlich ihre Version von Stratus. Und “If Six Was Nine” gefällt mir auch schomma ziemlich gut.

Un nu die CD, die dann doch nochmal ne andere Hausnummer is …

But Goldies

Die Bildqualität ist doch schon ein bisschen seeeehr angestaubt, aber die Soundqualität ist überraschend gut bei diesem Konzert aus den 70ern. Und die Qualität der Musik hat über die Jahre schomma gar nicht gelitten.

Herbie Hancock ist totaaaal bedröhnt (siehe seine Ansage bei 28:50), was wohl nicht nur von der Musik kommen mag. Herbie hat ja in seinem Leben einige Genres in seine Musik integriert, und daraus neue Sub-Genres geschaffen. Wie es aussieht auch eines das ich mal Stoner-Funk nennen würde.

Die Kameraleute bzw. die Bildredaktion hatte bestimmt auch mitgeraucht.

Funkmäßig würde ich aber mal behaupten, dass der Herbie ohne seine Headhunters schon relativ aufgeschmissen wäre.


Nicht ganz so alt, bzw. 20 Jahre jünger, ist das Konzert von Joe Zawinul mit Trilok Gurtu.
Bildquali nochmal nen Tick schlechter, Bild und Ton nicht ganz synchron, aber dafür ist die Tonqualität ganz in Ordnung. 90er Jahre Fernsehsound halt.

Musikalisch find ich’s ziemlich klasse, und hier kriegt man Songs zu hören, die es halt sonst nirgends gibt. Ich hatte sellamohls eine CD der beiden, die klang doch wesentlich steriler als dieses Konzert.


Aus 1987 stammt dieser Ausschnitt von einem Miles Davis Konzert, Tutu, dem Signature-Song aus den späten Jahren von Miles. Komponiert von Marcus Miller, der lange Musical Director bei Miles war, und der am Bass mehr als adäquat ersetzt wird von Darryl Jones, der, bevor er beschlossen hatte, seinen Lebensabend als Wanderbassist der Rolling Stones zu verbringen, ein richtig ernst zu nehmender Bassist war.

Übrigens war Foley in seiner Zeit bei Miles Davis immer als “Lead Bassist” geführt, was hauptsächlich darauf zurückzuführen war, dass er einen Bass mit Gitarrensaiten bespannt hatte. Was er gespielt hat, war aber schon “Gitarrenzeugs”. Mir hat das immer gut gefallen, ich fand, dass sein Sound besonders weich war, auch vom Anschlag her. Ist aber vielleicht halt seine Spielweise.


End of Goldies und Abbitte:

Das mit dem Lebensabend von Darryl Jones war natürlich etwas polemisch übertrieben, weil er ja auch noch andere Sachen macht, etwa mit Jean-Paul Bourelly (ex Defunkt) und Will Calhoun (ex Living Colors) wie in folgendem Ausschnitt zu sehen …

… oder hier zu hören ist, mit den 3 Brave Souls.

Playlist November

Total vergessen. Here comes the Nachzügler:

Der November war jetzt kein soooo guter Monat für mich auf Spotify. Das fing an, als Spotify mir meine “Jahresbilanz” für 2018 zugeschickt hatten. 22641 Minuten lang habe ich offensichtlich Musik gehört. Bin mir jetzt nicht sicher, ob das viel ist. Runtergerechnet sind’s 16 Tage. Oder 48 Arbeitstage 😉 …

Aber nach dieser Mail ging das los, dass ich oft kaum brauchbare Vorschläge zu neuer Musik bekommen habe, stellenweise grauenhaftes Zeug. Das hat sich bis heute kaum gebessert, ich vermute, dass die wieder mal ein komisches Update für ihren Algorithmus gefahren haben. Jahresende, da wird schon schnell noch was rausgehauen, was nicht so ganz doll ist. Auch bei Amazon und Google hab ich Sachen festgestellt, die haarsträubend waren. Amazon, das eigentlich einen sagenhaften Such- oder besser Finde-Algorithmus hat, fand ein Buch nicht mehr, das ich aber über den Browserverlauf wieder lokalisiert habe. War vorrätig, bestellbar, aber nicht über die Suchfunktion zu finden. Und das im Weihnachtsgeschäft. Google hat z.B. mitgeteilt, dass wir auf unserer Akustikbilder Website 2019 Null Besucher hatten. Ein paar Tage später wurde berichtigt: 11.470 Besucher …

Und Spotify findet keine passende Musik mehr für mich, bzw. immer wieder nur dasselbe …
Der Jahresrückblick (den ihr bestimmt auch gekriegt habt, bzw. der auf eurer Spotify Startseite zu finden ist/war) ist bei mir schon fast eine Katastrophe. Mein “Lieblingskünstler” war Celeste Ng, bloß weil das verfickte (und saugute) Hörbuch in 267 Einzeltitel aufgeteilt war.
Das muss besser werden.

Und dann funktioniert das Newsletter-Plugin hier nicht mehr, bzw. es kann nichts mehr versenden. Mal schauen, wann ich den Fehler find …
… also gibt’s vorläufig keine Newsletter …

Und dann noch der Vorweihnachtsstress …
… soll heißen: sorry wegen Playlist-Verzug.

Ich höre Stimmen

Rozzi Crane, oder einfach nur Rozzi, hat mich schon bei den Scary Pockets begeistert (hier der Link zum Beitrag vom 6.9.19). Neulich gab’s wieder ein paar neue Videos von ihr, das nehm ich mal als Anlass, sie nochmal ausführlicher vorzustellen.

Ich fang an mit diesem Video von 2015. Zusammen mit Kenton Chen und Sam Wilkes (beides auch regelmäßige Scary Pocketeers). Schöner Popsong mit wunderschönen Vocals. Was ich gar nicht glauben kann, ist, dass das Video in über vier Jahren nur auf 10.921 Aufrufe kommt. Einzig mögliche Erklärung: die Welt ist aus den Fugen.

Vom Kofferraum des Honda Civic ins Studio vier Jahre später. Wieder mit dabei: Kenton Chen.
Schöne Ballade. Phantastische Vocals. Und auch hier viel Luft nach oben bei den Klicks.

Womit es mir Zeit scheint, den Fokus mal kurz auf Kenton Chen zu legen.
Vielleicht hat’s schon jemand mitgekriegt, dass es von Scary Pockets einen neuen YouTube-Kanal gibt, genannt Stories. Scheint mir ein rein “akustischer” Kanal zu sein, und als einzigen Pocketeer finde ich Gitarrist Ryan Lerman mit dabei. Aber eben auch Kenton Chen und Rozzi.

Der alte Schmachtfetzen “Your Song” mit Kenton Chen geht mir direkt unter die Haut, nicht zuletzt weil ich Kamera und Licht ziemlich intim finde, und dadurch eine fast schon zerbrechliche Seite von Chen gezeigt wird. Sehr glaubhaft, weil er es als schwuler Pastoren-Sohn in einer Immigrantenfamilie bestimmt nicht immer leicht gehabt hat.

Weiter mit den “Stories”, aber jetzt wieder mit Rozzi (und ohne Ryan Lerman, nur mit Pianist Zac Ray … mir ist jetzt nicht mehr ganz klar, was das noch mit SP zu tun hat …). Eine Nummer von Rihanna, die ich im Original nicht kenne, auch nicht kennen muss, um die Performance von Rozzi bockstark zu finden. Und endlich stimmen auch mal die Klicks.

Schon mal was von den Treehouse Sessions gehört? Eine schöne Idee, Live-Auftritte in einem Baumhaus. In ein paar solcher Videos hab ich kurz reingeschaut, nix was mich auch nur irgendwie gefesselt hätte, außer halt Rozzi … phänomenal.
Über Paul Rodgers, den ersten Sänger, auf den ich seinerzeit abgefahren bin ( “Free At Last” war 1972 meine erste selbstgekaufte LP), hab ich mal gelesen, er könne keinen falschen Ton singen. Keine Ahnung ob das stimmt, gefühlt hab ich der Aussage zugestimmt, so wie jetzt bei Rozzi. Traumwandlerische Stimmsicherheit.

Und noch eins. Rozzi mit Angel Taylor auf dem Küchenboden. Cool. Und hot aber auch.

Holy Shit!

Seit ich mit neulich mal ein Drumeo-Video von Anika Nilles angeschaut hatte, krieg ich vermehrt Vorschläge mit Schlagzeug-Inhalten. Als Nichtschlagzeuger bzw. als Nichtmusiker guck ich da nur vage hin, außer Überschrift und Bildvorschau des Videos üben eine gewisse Anziehungskraft aus.

“Creating Modern Grooves” als Titel, plus das Bild eines sehr jungen Drummers mit offensichtlich subkontinentalen Genen, stoßen mein Interesse dann doch so an, dass ich reingucken muss. Raghav Mehrotra, nie gehört, aber:

Bingo!

Schon nach ein paar Sekunden ist das Staunen im roten Bereich.
15 Jahre alt, der Bursche!
Musikalisch WOW, technisch WOW, und für einen 15-Jährigen mit einem Selbstbewusstsein und einer Souveränität ausgestattet, dass es kracht. Und er hat’s durchaus auch drauf, seine Sicht der Dinge rüberzubringen.

Wenn so die Zukunft des Schlagzeugen aussieht, dann HER DAMIT!

Obwohl er noch so jung ist, hat er offensichtlich schon 600 Broadway Shows gespielt, irgendwas mit School Rock oder so, wenn ich das richtig verstanden habe. Es gibt bei YouTube zwar ein paar Videos von ihm, aber eigentlich nix, was diesen Quantensprung in die oberen Schlagzeugregionen andeuten würde.

Mehr Mehrotra!

Gefunden hab ich noch das folgende, da war er 11 Jahre alt. Endlich mal ne Boyband nach meinem Geschmack, auf jeden Fall schon deutlich mehr als ne Garagenband:

Bin mal gespannt, was man von dem noch zu hören bekommt. Oft gibt’s ja bei Wunderkindern einen Karriereknick, bzw. irgendwann geht’s dann halt nimmer immer steiler voran.

Und dann kann ich’s ja nach der Entdeckung eines total überraschenden Videos auch einfach nicht lassen, weiter zu klicken, in der Erwartung, was ähnlich Spannendes zu finden.
Nicht ganz so überraschend, mit 30 doppelt so alt, groovy wie Sau: Taylor Gordon.

Jetzt muss ich mich noch schnell als total rückständig zu outen: seit wann gibt’s ihn denn, den Trend zur Zweit-Snare? Da beide eine benutzen, hab ich wohl was nicht mitgekriegt.

Zum Heueln

… dass es sowas bei uns nicht gibt. Also erstens die Meldung, und zweitens das Medium.

Die Meldung:
Der Kongress stellt 500 Millionen Dollar bereit für die Entwicklung funkiger Basslinien

Das Medium ist “The Onion”, den ich auch erst frisch kenne thanx to Sabine aus Kanada.

Klar, bei uns gibt’s den Postillon, einsA Sache das, aber wann hatten die jemals ein funkiges Thema??? Oder eine Meldung wie diese, dass der Dalai Lama angekündigt hat, dass sein Geist, bevor er reinkarniert wird, zum Mond fliegen wird um dort ein bisschen rumzuhängen

Übrigens, die Funk-Meldung schließt damit, dass es schon eine Milliarde Dollar dafür gab, eine “super-tight horn section” zu finanzieren. Allemal lohnenswerter als eine superhohe Mauer in Colorado …

The Friendly Guy

Er hat sie alle gehabt: Pink!, Lady Gaga, J.Lo., Mariah Carey, Adele.

Aber auch Elton John, George Michael, Bruno Mars und Michael Bublé.

Mit George Michael und dem Red Nose Day ging’s 2011 los, und das daraus entstandene Konzept ist sowohl einfach wie absolut genial: Man lade beliebte Prominente zu einer Autofahrt mit einem freundlichen, beleibten Mann ein, unterhalte sich und singe zwischendrin lauthals Lieder (des Gastes???).

Der Brite James Cordon hat mit seinem Format “Carpool Karaoke” stellenweise fantastische Momente geschaffen, die natürlich nicht in erster Linie musikalisch interessant sind, sondern die aufgrund des beengten Raumes eine Intimität erzeugen, die in den besten Momenten die Menschen hinter den Prominenten-Fassaden zum Vorschein bringen.

Meine Lieblingsepisode ist die mit Paul McCartney. Absolut bezaubernd. Auch wenn einige Szenen ein bisschen nach scripted reality riechen.
Natürlich ist das alles in Englisch, aber auch mit Schulenglisch kommt man schon ganz schön weit. Es kommt ja auch auf die transportierte Stimmung an.

Übrigens: man kann sich bei YouTube ja auch Untertitel einblenden lassen. Mit dem fünften Symbol von rechts, in der Kontrolleiste unter dem Video, könnt ihr die Untertitel einblenden. Mit dem Symbol rechts daneben könnt ihr die Video-Einstellungen aufrufen und dort gibt es den Punkt “Untertitel”. Manchmal kann man sich die Sprache aussuchen, manchmal kann man nur “automatisch übersetzen” wählen, was dann Googles Übersetzer macht, mit den üblichen Einschränkungen. Probiert ruhig mal “Englisch” bei Paul McCartney oder “Englisch (automatisch erzeugt)” bei Michelle Obama. Bei Stevie Wonder gibt’s dann auch eine deutsche UT-Spur.

Die Folge mit Michelle Obama kommt dann für mich gleich dahinter auf Platz 2. Was für Zeiten das noch waren im Weißen Haus. Coolste First Lady ever. Ever!!!!!

Und Stevie Wonder ist ja eh außer Konkurrenz. Cool, wie er für Cordons Frau am Telefon “I just called to say James loves you” singt.

Neue Hörbücher

Zwei auf Spotify verfügbare Neuerscheinungen sind mir letzte Woche aufgefallen:

Als erstes das neue Buch von Jonathan Safran Foer “Wir sind das Klima!”, in dem er uns auf der einen Seite mal ordentlich den Kopf wäscht wegen unseres allgemeinen Verbrauchs an Ressourcen, uns auf der anderen Seite ein paar hoffnungsvolle Ansätze aufzeigt, wie aus dem Untertitel ersichtlich wird “Wie wir unseren Planeten schon beim Frühstück retten können”. Ich bin zwar erst halb durch damit, von mir gibt’s trotzdem schomma einen 👍

Als zweites kommt ein Buch meiner Lieblings-Spiegel-Online-Kolumnistin Anja Rützel mit dem Titel “Take That”. Es ist Teil der Kiwi Musikbibliothek Reihe, deren Rest ich nicht kenne.
Wie der Titel schon sagt, geht’s um die Band gleichen Namens, und damit wär’s für mich und viele viele andere so uninteressant wie bloß was. Wäre da nicht Anja Rützel.
Anja Rützel schreibt im Spiegel oft Kritiken über Fernsehsendungen, deren Betrachten ein früherer Bekannter von mir immer als “Tiefpunktforschung” bezeichnet hat. Dschungelcamp, Promi Big Brother, Bachelor usw. … Ich kenn solche Sachen nur vom Wegsehen, freu mich aber immer darauf, wenn’s endlich wieder soweit ist, dass das Dschungelcamp die Pforten öffnet und Anja Rützel darüber berichtet. Das zählt für mich wirklich zu den Highlights des Jahres, und wie’s der Zufall so will, schreib sie gestern was über eine neue Show mit Mario Barth. Ich bin sehr froh, dass ich das Zeug nicht gucken muss, und dafür was Süffisantes aus sehr spitzer Feder lesen kann. Klar, das fällt in die Kategorie “ich fühl mich besser, wenn ich weiß dass es so nen Scheiß gibt, und ich muss mir selbst das Hirn nicht schmutzig machen damit”. Hier der Link zum wunderbaren Barth-Artikel >>>

Das Take That Buch, nun klar, ich hab noch nie einen einzigen Song von denen freiwillig gehört, ich hab noch nie was über die gelesen und muss folglich inhaltlich draußen bleiben, aber Anja Rützel erzählt das auf eine Weise, dass es fast schon egal ist um was es in dem Buch geht.
Ich liebe ihre Formulierungen, und ganz besonders ihre Analogien.
So nach einer Stunde geht’s mir dann doch zu sehr um Take That, aber bis dahin: sehr vergnüglich!

Hier noch ein paar Hörbuchtipps für Bücher die jetzt nicht ganz so neu sind, die ich aber zuvor auf Spotify nicht gesehen hatte.

Mittlerweile gibt’s drei Bücher von Mariana Leky auf Spotify, ich hatte im Sommer “Was man von hier aus sehen kann” gehört und war begeistert, auch von Sandra Hüller als Sprecherin, deshalb hier die Playlist:

Die anderen Bücher “Erste Hilfe” und “Die Herrenausstatterin” findet ihr bestimmt auch selbst.

Ein Buch, das mir wirklich viele Türen zum Verständnis der Welt geöffnet hat, und das ich schon mehrmals durchgehört habe, ist das fulminant verrückte “Einstein, Freud & Sgt. Pepper – Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts” von John Higgs.
Wer’s nicht kennt hat echt was verpennt:

Die erste Ausgabe des Buchs wurde unter dem Titel “Alles ist relativ und anything goes” veröffentlicht.

Vielleicht hat ja jemand Spaß an Celeste Ng, dann gäbe es hier das Buch “Kleine Feuer überall”:

Mir hat’s gefallen.
Den Vorgänger “Was ich euch nicht erzählte” findet ihr auch auf Spotify.

Just for fun

The Main Squeeze. Schon wieder.

Irgendwie hab ich einen Narren an denen gefressen.
Das Piranha-Video hab ich schon mal vor 4 Wochen mit großem Vergnügen geguckt, und als ich jetzt noch das “Making of” entdeckt, und dabei gesehen habe dass es vom gleichen Pool noch ein Video gibt mit Hendrix’ Voodoo Child, da war klar: this is a post.

Ich find dass die Band irgendwie saugut zusammen funktioniert. Und die Coverversionen haben genug Schmackes, dass sie wunderbar neben den Originalen Platz haben, ohne ihnen ihren Platz streitig zu machen. Dass der Gitarrero kein Hendrix ist, steht außer Frage. Aber genügend Dampf und Thrill hattas. Und die Bass Parts, find ich, schieben ordentlich voran.
Piranha ist übrigens keine Coverversion.

Der Sänger heißt übrigens Corey Frye. Neulich hatten wir ja schon einen Cory Wong und einen Cody Fry. Wie soll man sich die Namen merken und auseinander halten?

Die folgende Nummer kam schon in der Monatsplaylist September vor. Ist auch was Eigenes und keine Coverversion.

Vielleicht gefällt mit Main Squeeze auch deshalb so gut, weil mich die Frisur des Gitarristen an meine Jugend erinnert.
Guggsdu:

We Speak Luniwaz …

… ist der Titel der neuen CD von Scott Kinsey. Untertitel: The Music of Joe Zawinul.

Höre sie im Hintergrund, während ich dies schreibe.
Und freu mich, dass es wieder mal Musik gibt, die nach Joe Zawinul klingt, auch wenn’s Fake Joe ist.

Scott Kinsey macht schon lange einen auf Zawinul, was mir nicht immer gefällt, aber z.B. bei dem Album “Human Element” ganz gut rüber kommt. Phantastische Musiker mit dabei, allen voran Matthew Garrison am Bass und Arto Tunçboyacıyan als Sänger/Percussionist.

Manchmal lohnt es sich, die alten Zeiten neu zu beleben, und finde auch dass das auf der neuen CD ganz gut gelungen ist:

Hier ein Live Video eines Titels von der angesprochenen CD “Human Element” mit dem phänomenalen Matthew Garrison am bass:

Hey, genau ein Jahr alt, dieses Video! Herzlichen Glückwunsch! Ein paar Views mehr hätte es natürlich verdient. Zwei meiner Lieblings WR Titel …
Hadiren Feraud kriegt auch nen dicken 👍

Hab noch ein bisschen auf YouTube gekramt, da gibt’s ein ganzes Livekonzert mit Scott Kinsey und Jimmy Haslip (die anderen Namen hab ich nicht verstanden). Scheint, wenn ich’s richtig verstanden habe, ein Jaco Pastorius Tribute Konzert zu sein.
Sagt der Ansager tatsächlich “Scott Kinsley”?
Und hört sich der Anfang nicht irgendwie nach “The Pursuit of the Woman With the Feathered Hat” an?

Zildjian Sessions ham wir ja auch schon gehabt hier, deshalb noch dieses kurze Video. Und der Bassist ist doch der, der schon öfters mal bei Scary Pockets mit dabei war …

Das Bild, das diesen Beitrag auf der Übersichtsseite an”teasert”, hab ich übrigens selbst geschossen. Ca 2002 in der Memminger Stadthalle. Das waren noch Zeiten!

Spotify Spar-Angebot

Seit 2 Jahren nutze ich das Angebot, bei dem man 99 € für ein Jahresabo bezahlt.

Es gibt wohl immer wieder unterschiedliche Angebote in der Richtung, manchmal auch von Spotify selbst, bei denen man einen Gutschein(code) kaufen kann, der einen dann berechtigt, ein ganzes lang Spotify Premium zu nutzen.

Klar, das bedeutet Vorkasse, aber 99 € statt 119,88 € sind das wohl wert.

Wer bereits ein Abo hat, kann das Angebot natürlich auch nutzen.
Bei mir war das so, dass ich nach Kauf des Gutscheins den erhaltenen Code auf der Spotify-Website in meinem Kundenbereich eingegeben (eingelöst) habe, und dann wurde er am Ende des Monats, den ich per regulärem Abo eh schon bezahlt hatte, scharf gemacht und war für ein Jahr gut. Am Ende diesen Jahres wurde das reguläre Abo wieder fortgesetzt, und als ich das gemerkt habe, hab ich mich nach nem neuen Gutschein umgesehen, und nach einem Zwischenmonat für 9,99 € war ich wieder für ein Jahr versorgt.
Wer noch kein laufendes Abo hat, hat ja Spotify auch keine Abbuchungserlaubnis erteilt, also sollte bei Einsatz des Gutscheins das Jahresabo mit dem abgelaufenen Jahr enden.

Zur Zeit gibt’s zwei Anbieter eines solchen Angebots: Amazon und Penny.
Und nein, ich krieg keine Provision.

Bei beiden kauft man einen Gutschein, der dann per E-Mail zugestellt wird, und der einen Code enthält.
Den Code gibt man dann in seinem Spotify Profil unter “Einlösen” ein.

“Dein Abo wird am 11.01.20 auf Spotify Premium umgestellt” bedeutet, dass mein Jahresabo zu dem Zeitpunkt ausläuft und dann mit 9,99€ im Monat weiterläuft.