Hörbücher – aber richtig!

Ich liebe Hörbücher!

Und ja, ich weiß, bei vielen Menschen gibt es eine natürliche Hürde, die ihnen den Genuss von Hörbüchern anscheinend unmöglich macht. Viele sehen es als Nachteil, wenn man abends beim Versuch, ein Hörbuch zu hören, schnell mal einschläft. Ich sehe das Einschlafen durchaus als positive Begleiterscheinung …
… wenn man weiß, wie man die negativen Folgen wie “das läuft dann die ganze Nacht” oder “ich weiß dann nie, an welcher Stelle im Buch ich war” technisch einigermaßen umschiffen kann.

Spotify ist klasse, wenn man Hörbücher kennenlernen will und dabei keine Mehrausgaben in Kauf nehmen möchte (als Abonnent). Ansonsten ist die Spotify-App ziemlich unpraktisch für Hörbücher.

Audible, Bookbeat und Scribd stellen alle ihre eigene App bereit, und die jeweiligen Inhalte abzuspielen. Das klappt ganz gut, und bei allen kann man Inhalte herunterladen, um sie offline zu hören (Bookbeat und Scribd nur für mobile Geräte).

Audible setzt (bislang) auf das klassische Besitz-Abo: für knappe 10€ Monatsgebühr kann man sich aus dem gesamten Katalog pro Monat ein Hörbuch aussuchen, das auch nach Beendigung des Abos im eigenen Besitz bleibt.

Bookbeat und Scribd sind Zugangsplattformen, die einem für einen ähnlichen Betrag im Monat Zugang zu allen verfügbaren Hörbüchern gewähren. Nach Beendigung des Abos kann man nix mehr Hören.

Ich bin mittlerweile bei Scribd gelandet, weil das für meine Ansprüche die beste Auswahl hat. Nur gibt’s dort kaum was auf Deutsch.

Wer, wie ich, ein (altes) Samsung oder LG Smartphone hat, oder eine neueres Xiaomi, hat die Möglichkeit, internen Sound aufzunehmen. Damit hab ich schon zig Hörbücher aufgenommen. Vorteil: man kann sie (als MP3) auf jedem Gerät problemlos abspielen und ist nicht auf die Apps der Plattformen angewiesen.

Zwei Sachen find ich dann zum Hörbuchhören essentiell:

  1. dass die Abspiel-App sich die Position merkt, bei der man zuletzt aufgehört hat
  2. dass es einen einstellbaren Einschlaftimer gibt

Für Android gibt es zwei Apps, mit denen ich Erfahrungen habe und die ich empfehlen kann: Mortplayer Audio Books (gratis) und Listen Audiobook Player (2,09€).

Der Mortplayer ist prima, wenn auch nicht so schön wie Listen, und etwas komlizierter. Und Listen hat ein Feature, das ich nicht mehr missen will: wenn der Einschlaftimer zum Ende kommt, dann blendet er den Ton langsam aus und es gibt ein paar dezente Warntöne. Wenn man da noch wach ist und weiterhören möchte, genügt es, das Smartphone kurz zu schütteln, und das Buch läuft weiter, und der Einschlaftimer geht von vorne los.
Bei beiden Apps kann man kurz oder länger vor- und zurückspringen. Das ist bei beiden einstellbar, ich finde 20sec und 1min praktisch. Das ist ein bisschen wie das Zurückblättern im Buch.
Bei beiden Apps kann man beliebig viel Lesezeichen setzen, bei Listen kann man die sogar auf ein anderes Gerät mit umziehen.
Bei Listen kann man sogar Clips aus dem Hörbuch extrahieren, für Stellen, die einem besonders wichtig sind.

Ich hab in meinem Hörbuch Ordner ca. 180 Hörbücher gespeichert, und die App weiß bei jedem, an welcher Stelle ich zuletzt war.

Bei Apple ist ja alles ein bisschen anders, deshalb hab ich nur mal die App BookPlayer  für eigene MP3-Hörbücher ausprobiert. Die bringt die rudimentären Sachen alle mit. Ich find halt das Importieren von Inhalten mühsam. Bei Android steckt man das Handy an den Rechner und schiebt seine Dateien in die jeweiligen Ordner. Bei iOS muss man immer ein paar Schritte mehr machen, AirDrop scheint mir da der am wenigsten aufwändige Weg.

Noch ein Tipp zum Hören selbst:
Eine der besten Möglichkeiten ist es, mit einem einzigen (ja, mono) Bluetooth Ohrstöpsel zu hören. Da hat man den Ton auf der einen Seite direkt im Ohr, ohne lästige Kabel, und auf der anderen Seite kriegt man außenrum noch alles mit. Ideal beim Kochen oder Putzen. Aber auch beim Laufen.
Ich hab mir ziemlich günstige Bluetooth Earbuds für 18€ gekauft. Ich glaub noch nicht an den audiophilen Genuss via Bluetooth, deshalb keine Ausgabe von 200+€. Zum Musikhören setz ich weiterhin (noch) auf Kabel. Aber zum Hörbuchhören sind die Dinger wirklich bestens geeignet. Und da man (meine zumindest) die beiden Stöpsel mit unterschiedlichen Phones pairen kann, hat meine Frau jetzt meinen zweiten.

Alle drei zuvor erwähnten Anbieter bieten Schnuppermitgliedschaften an. Bei Audible kann man sich dabei ein Hörbuch aussuchen, das einem dann gehört. Bei den anderen kann man dafür so viel Hörbücher hören, wie man in der Schnupperzeit schafft.

Hier meine Tipps für das, was man gehört haben sollte:
Yuval Noah Harari: Eine kurze Geschichte der Menschheit (die englische Version “Sapiens” wäre evtl. vorzuziehen)
Jonathan Haidt: The Righteous Mind (leider nicht auf deutsch)
Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann
Anthony Doerr: Alles Licht das wir nicht sehen (engl. All the Light We Cannot See)
John Higgs: Einstein, Freud & Sgt. Pepper

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