Genesis, 5/1

“You are what you eat, eat well”

Genesis – Selling England By The Pound – Dancing With The Moonlight Knight

In obigem Song von 1973 sagt das der “young man”, während der “old man” sagt “you are what you wear, wear well”. Hat sich mir eingebrannt, der Satz. Deshalb war mir auch augenblicklich klar, woher ich den kannte, als er in der weiter unten eingebetteten Doku über Ernährung und Gehirn aufgetaucht ist.

Die Doku ist ziemlich interessant und bietet nen Haufen relevanter und (hoffentlich) gut recherchierter Infos darüber, welche Auswirkungen schlechte Ernährung auf das Gehirn hat.

Die Idee zu diesem Beitrag oder Tipp kam mir aber von einer anderen Seite. Also wenn mir nicht die Doku mit dem Genesis-Satz dazwischen gekommen wäre, dann hätte die Überschrift so (oder ähnlich) geheißen: “Was, wenn der Inder doch Recht hat?”

Und das kommt so:
Seit geraumer Zeit versuche ich regelmäßig zu trinken. Das war früher auch schon mal einfacher, als es dabei hauptsächlich um Bier ging. Heute geht’s mir eher um den Wasserhaushalt, und da zählt Bier leider nicht mehr mit, weil es ja so dermaßen dehydriert, dass man es gar nicht “d’rbrunzen” kann …
Und im Winter, da will mir das Mineral- oder Leitungswasser nicht so recht den Hals hinuntergleiten. Und weil’s da eh Erkältungszeit ist, mach ich mir Ingwertee.

Ingwer war lange auf meiner Beliebtheitsskala zieeeeemlich weit unten angesiedelt. Der Erstkontakt war, mit ca. 10 Jahren, mit kandiertem Ingwer. So weit kann kein Mensch kotzen, wie schlimm das war. Noch Wochen später musste ich mir den Mund ausspülen, wenn ich nur daran dachte.

Dann kam Indien und mein Interesse an der indischen Küche. Seinerzeit war frischer Ingwer kaum in normalen Geschäften zu bekommen, nur Ingwerpulver, und das war von daher super, weil es den Gerichten eine frische Note gab, im Gegensatz zu dem von mir abgespeicherten dumpf-modrigen Aroma des kandierten Ingwers.

Nu gibt es ja mittlerweile an jeder Ecke frischen Ingwer, sogar beim Discounter in Bio-Qualität, und der hat mittlerweile das Pulver in unserem Haushalt komplett vertrieben. Ich nehm ihn manchmal, nicht soooo oft, zum Kochen, aber sehr gerne und im Winterhalbjahr ziemlich oft, als Tee oder Ingwerwasser. Wenn man nicht auf feste Ingwerbestandteile beißen muss, ist Ingwer gar nicht so hammermäßig. Und mit ein bisschen Zitronensaft schmeckt er mir richtig gut.

Ingwer & Zitrone - die ideale Combo
Ingwer geschält
Ingwer reiben
Ingwer gerieben
mit heißem Wasser aufgegossen
avec la sitrohn
abseihen
Lecker! (man beachte die Probleme, die das Smartphone hat bei der Berechnung der künstlichen Unschärfe)
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Shadow
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Und jetzt kommt’s:
Ingwer wird in der ayurvedischen Medizin sehr hoch geschätzt. Sehr hoch. Aurveda unterscheidet drei wesentliche Eigenschaften: Tamas, Rajas und Sattwa, was ungefähr soviel bedeutet wie Trägheit, Tatkraft und Klarheit.
Und Ingwer ist eines der wenigen Lebensmittel mit einer sehr hohen sattwischen Energie. Klarheit pur. So steht es geschrieben in meinem 35 Jahre alten Buch “Die Ayurveda Pflanzen-Heilkunde” von Vasant Lad.
Wer schon mal Ingwertee getrunken hat, weiß, dass das jetzt nicht sooooo weit hergeholt klingt.

Letzte Woche ist mir das nach langer langer Zeit wieder mal eingefallen, das mit der sattwischen Wirkung des Ingwers, und dann hab ich einfach mal “ginger and the brain” gegoogelt, und siehe da, es gibt zig Studien (zB) über die positiven Wirkungen des Ingwers, unter anderem Studien die darauf hinweisen, dass Ingwer gut für’s Gehirn ist. Unter anderem soll er Entzündungen verringern (im Gehirn wie auch im ganzen Körper) und sogar Schädigungen durch Diabetes an den Neuronen rückgängig machen. Und und und …

Für mich eine Bestätigung, dass ich mit dem Konsum von Ingwer schomma gar nix falsch gemacht habe, und für euch vielleicht eine kleine Ermutigung, öfter mal einen Ingwertee oä zu trinken.

Nach meinem Empfinden gibt es übrigens fast nix auf der ganzen weiten Welt, was eine harmonischere Verbindung eingeht als Ingwer und Zitrone. Ingwer selbst ist ja hauptsächlich scharf, und wenn er gut ist, hat er eh eine zitronige Note. Und wenn man nun noch (frischen) Zitronensaft in sein Ingwerwässerchen gibt, dann verschwindet alles, was auch nur annähernd mit dumpf oder modrig beschrieben werden könnte, und es stellt sich eine seeehr fruchtige Note ein.

Früher, ja früher …., da hab ich öfter noch ein bisschen Zucker in die Mischung gegeben. Aber spätestens seit der Arte Doku verzichte ich komplett darauf. Zucker (und Junk-Food überhaupt) steht im Verdacht, die Blut-Gehirn-Schranke anzugreifen, wodurch entzündliche Stoffe ins Gehirn dringen können.

Und das will doch kein Mensch!

Wenn ihr jetzt auf das Video klickt, landet ihr genau an der Stelle, wo das mit der Blut-Gehirn-Schranke kommt.
Soll aber nicht heißen, dass nicht die ganze Doku sehenswert wäre.
(Die ursprünglich eingebettete Doku war direkt vom Arte-YouTube-Kanal. Keine Ahnung warum die gelöscht wurde. Hier von einem anderen Kanal)

Hier noch zwei kleine YouTube Videos von Dr. Michael Greger (nutritionfacts.org) zum Thema Ingwer. Denkt daran, falls nötig, die Untertitel zu aktivieren (auch deutsch verfügbar).

Nachtrag:
Ich wusste noch, dass der Genesis Song mit dem Zitat von der “Selling England By The Pound” LP war. Dachte aber, es sei von “I Know What I Like”. Durch ein bisschen googlen war der Fehler schnell gefunden, auch durch einen Kurzbesuch auf einer etwas bizarren Seite, die wohl vorhatte, Musikstücke zu analysieren, aber nur einen Song analysiert hat: Dancing Out With The Moolight Knight. Nicht uninteressant …

Nachtrag 2:
Habe nach langer Zeit auch mal wieder den o.g. alten Ayurvedaschinken in die Hand genommen und darin herumgeblättert. Laut dem Buch gibt es etwas, das sogar noch sattwischere Qualitäten hat als Ingwer, bzw. in seiner Energie “rein sattwisch” ist: Basilikum