März Playlist

Sitzen machen. Oder wie ein Tiger durch die Wohnung? Am End gar rumflacken? Kurz mal raus an die Luft um frische Viren zu tanken?

Alles Tätigkeiten, die mit Musik besser gelingen. Oder ohne.
Weiß auch nicht. Stimmung war schomma besser.

Hier die total überflüssige Playlist zum ersten Corona-Monat.

Ein paar Sachen sind dann doch erfreulich. ZB dass Trilok Gurtu nach gefühlten Jahrzehnten mal wieder ein Album gemacht hat. Und dass ein Titel namens Josef Erich darauf zu finden ist.

Oder dass es von Tineke Postma ma wieder was Neues gibt.

Oder dass ich noch was aus den Niederlanden gefunden hab, mit dem Gitarristen Anton Goudsmit, den wir vom letzten Monat von der Nummer “Don Rocko” kennen.

Hyper

Für mich ist es vielleicht die Entdeckung des letzten Jahres: Yussef Dayes und Rocco Palladino

In einem älteren Beitrag hatte ich ja schon mal den Song “Love Is The Message” vorgestellt, in dem beide mitspielen. Yussef Dayes an den Drums und Rocco Palladino am Bass.

Inzwischen sind mir immer wieder ein paar Sachen mit beiden über den Weg gelaufen, die ich schlicht und einfach phantastisch finde. Hottest rhythm section ever!

Ich fang mal an mit dem Video “Yesterday Princess” an, das sich ein Thema vom Ende des gleichnamigen Stanley Clarke Titels vorknöpft, und, wie ich finde, in neue Sphären hebt. Yup, 1A sphärische Musik, das!

Mit der gleichen Besetzung eingespielt ist auch das nächste Video, in dem Herr Dayes , unter dessen Namen das ganze firmiert, auch abseits des Schlagzeugs eine ziemliche coole Sau ist.

Auch ganz schön sphärisch, oder?
Nun wird’s niemanden mehr wundern, warum der Titel des nächsten Videos “Lift Off” heißt …
… diesmal mit einem Gitarristen namens Tom Misch … nie gehört … klasse! … fügt sich nahtlos ins Gefüge ein.
Und ich kann mich gar nicht beruhigen, wie abgefahren Rocco Palladino da spielt. Und der Bass-Sound!!! Da hol ich dann doch die guten Kopfhörer raus. Weil sich’s echt lohnt.

Das neueste Video mit Dayes/Palladino ist wieder mit Tom Misch. Nomma eine Schippe drauf gelegt, wenn man den liner-notes glauben darf: dass noch ne Rolle Film übrig war nach dem “Lift Off” Dreh, und dass dann dieser Titel “Kiyv” als Improvisation entstanden ist. Bass/Schlagzeug spielen so eng und so dynamisch, dass ich das Grinsen stellenweise gar nicht aus dem Gesicht bekomme …

Von der optischen Anmutung her sieht das schon ziemlich “retro” aus, also könnte das ja tatsächlich stimmen, dass hier auf Film aufgenommen wurde. Bin mir jetzt halt nicht sicher, ob das für mich einen Mehrwert darstellt …

Was jetzt noch fehlt ist eine Spotify Playliste. Viel gibt’s bis jetzt nicht von den heute vorgestellten Akteuren … im Wesentlichen auch das, was es auf Video gibt …

Die Türken kommen

Es gab ja schon mal Zeiten, da war diese Aussage mit ordentlich Schrecken assoziiert.
Dann kamen Zeiten, da war der Schreck weg, dafür haben Ressentiments Einzug gehalten.
Auf musikalischer Ebene hätt ich nie gedacht, dass es mal so weit kommen würde, aber hey, die Welt ist ein Dorf, welcome Turks!

Als erstes möcht ich hier mal das 2016er Album “Funkbook” von Önder Focan vorstellen. Nicht neu, aber neu für mich. Dass eine türkische Band die Funk-Lücke, die sich seit Monaten auf Spotify auf tut, füllt, auf die Idee wär ich nie gekommen. Isso.

Als nächstes hier das 2019er Album “lahza II” der Band Lahza. Beim kurzen Durchhören ist mir vor allem der letzte Titel ” Gün Doğuşu ” aufgefallen, der sich anhört als wär er direkt von Peter Gabriels “The Last Temptation of Christ”.
Allerdings kann man ruhig mal das komplette Album hören … ich hab immer wieder genau hingeschaut, ob nicht doch irgendwo “ECM” draufsteht. Ich find’s gut, dass es nicht draufsteht, sonst käm ich noch auf die Idee, es würde sich um “Edelschnarch” handeln … 😉
Das Album wurde übrigens von einen schwedischen Label veröffentlicht.

Der Gitarrist von Lahza heißt Cenk Erdogan und der ist, glaub ich (hoff ich!), nicht mit dem abgesägten Möchtegern-Zampano, dem Wadlbeißer, der sich regelmäßig an der Achillesferse Europas festbeißt, verwandt. Verschwägert wohl auch eher nicht. (Hab ich eigentlich schon mal erwähnt dass ich, solange der noch Zampano ist, keinen Döner mehr esse?! Zumindest nicht mit gutem Appetit!)
Hier ein YouTube Video, in dem er eine, nebenbei bemerkt ziemlich elegante, bundlose Gitarre spielt:

Aufgefallen ist mir dann noch der Bassist Alp Ersönmez und dessen 2011er Album “Yazisiz”. Auch das Album “MÖE” im Trio mit Sarp Maden und Volkan Öktem find ich ganz spannend. Check it out!
Alp Ersönmez ist übrigens der vom Beitrags-Bild, der aussieht als hätte Benny Greb das Instrument verwechselt …
Hier eine kleine Playliste mit gemischter, ziemlich untürkischer Kost:

Un hier nomma, weil’s so schön war, Önder Focan mit dem 2018er “Funkbook A La Turc”:

Er will doch nur spielen

Weiß auch nicht, wieso mir YouTube das neue Video von Joe Satriani vorgeschlagen hat. Soweit ich weiß, hab ich noch nie was von ihm angeschaut, weder bei YouTube noch sonstwo. Und es ist schon über 25 Jahre her, dass ich ihn gut fand.
Aber das Video ist witzig, und vor allem stimmig … der Titel 1980 sagt vielleicht schon alles. Solider Feel-Good Rock, bei dem man nicht unbedingt 2x hinhören muss. Aber hinschauen allemal. Ist zwar kein Video vom Kaliber “Sledgehammer”, bringt aber mit einfachen Mitteln und einfachen optischen Reizen ordentlich viel rüber.

Abgesehen davon ist Joe Satriani natürlich ein Gitarrist der Oberklasse, auch wenn es schon ne Weile her ist, dass er Steve Vai Gitarrenunterricht gegeben hat.

Hatte mir seinerzeit seine ’93er Doppel-CD “Time Machine” gekauft, wegen der zweiten CD mit Live-Titeln. Und von denen hat mir hauptsächlich der letzte Titel “Echo” gefallen. Hab ihn zwar bestimmt seit 10 Jahren nicht mehr gehört, aber wenn ich ihn jetzt aufleg, find ich ihn so gut wie eh und je.

Habe dann noch eine Video-Version von “Echo” gefunden, von einem Konzert aus Montreux von 1988. Bildqualität ist entsprechend.
Man beachte seinen Strampelanzug, von dem sich auch die Überschrift ableitet. Geile Nummer.

’94 war Joe Satriani dann kurz Gitarrist von Deep Purple (???)(!!!), und da ich einen Livemitschnitt aus der von mir aus fußläufig erreichbaren Saarlandhalle gefunden hab, muss ich den natürlich hier auch noch anbringen …
Man beachte den völlig ausrastenden Zeitstempel:

Schmusi Busi

… oder: kann den Liebe lieblos sein?

Ein nicht unbedeutender Teil des Musikbusiness beschäftigt sich mit der Produktion von romantischen Liedern. War bisher kein Thema hier, und das kann man gut oder schlecht finden.

Die neue Scheibe (Single?) von Gregory Porter ist jetzt aber mal Anlass, auf die zarten Gefühle einzugehen, die da transportiert werden (sollen).

Gregory Porter wird ja oft als der “Retter des Jazz” bezeichnet, einfach weil wahnsinnig viele Leute in seine Konzerte strömen, und dabei der Altersdurchschitt schomma unter dem Durchschnitt der üblichen Jazzkonzertbesucher liegen kann …

Für mich hat das jetzt nicht sooo viel mit Jazz zu tun, oder halt nur mit dem schmalen Bereich, in dem man dann so Sachen findet wie die von Nat “King” Cole. Gregory Porter hat ja dann auch ne CD gemacht mit ausschließlich Titeln von King Cole, soweit ich mich erinnern kann recht gepflegte Sache das, mit Schlagseite Richtung Edelschnarch. Ein Titel sticht für mich hervor, und das ist dann auch der einzige Titel von G. P., den ich mir manchmal anhöre: “I Wonder Who My Daddy Is”. Hier war ich wirklich vollkommen von den Socken, wie eine so tragisch-traurige Textbotschaft so offen, so persönlich und doch so wenig selbstbezüglich rüberkommen kann.

Hier soll’s aber nicht um diesen älteren Titel gehen, sondern um den neuen. “If Love Is Overrated”.

Geht los mit schmachtenden Streichern, meh, aber sobald die aufhören klingt’s eigentlich ganz okay. Wer’s halt mag, oder mit den Worten meines alten (Schreiner)Meisters Erwin Seeger “D’Katz mag Mäus, i mag’s ned”.
Und die Streicher kommen ständig ruzück!

Egal, wenn man das als reines Audio hört, muss man sich nicht gleich übergeben, z.B. wenn man es beim Abspülen oder Kochen hört. Aber jetzt ist mir das auch noch als Video über den Weg gelaufen, und da regt sich in mir was, was so gar nix mit Romantik zu tun hat.
WIE SCHLIMM GEHT’S EIGENTLICH NOCH?

Jetzt verkleistern einem nicht nur die zuckersüßen Streicher die Ohren, jetzt kriegt man die optische Überdosis auch noch an den Stellen, die akustisch erträglich wären. Dies ist nix anderes als das akustisch-optische Äquivalent zu überzuckertem Junk Food! Ich sach nur: das greift die Blut-Gehirn-Schranke an und zerstört Neuronen! Von unerträglichem Sodbrennen ganz zu schweigen …
Der Typ hat doch einen an bzw. unter der Mütze!
Wenn was overrated ist, dann doch wohl Lovesongs von Gregory Porter!

Dass es auch anders geht, beweist Allen Stone mit seinem neuen Video. Auch hier gibt’s Zuckerguss, optisch und akustisch, aber erstens nicht so dick aufgetragen, und zweitens mit viel glaubhafteren Emotionen. Hier wird mit Klischees gespielt, bei Gregory Porter werden Klischees auf’s Dumpfste bedient.

Is jetzt auch nicht so richtich meine Musik, bin aber neulich mal beim Durchhören von Java-Jazz-Konzerten auf eines von Allen Stone gestoßen, mit einer Coverversion von Bob Marleys “Is This Love?”. Gefällt mir echt gut.

Hier noch der Gregory Porter Song, der wohl bis auf weiteres der einzige bleiben wird, den ich mir ab und zu mal anhöre:

Persönliche Helden minus 1

Ich weiß noch genau, mit welch unbändiger Freude ich im Sommer ’78 die erste LP der Pat Metheny Group rauf und runter gehört hab. Das war nicht nur so als ob man einen neuen Stern entdeckt hätte, sondern gleich ein ganz neue Galaxie.

Der Mann, der wesentlich daran beteiligt war, mir musikalische Höhepunkte zu verschaffen, war der Keyboarder Lyle Mays, der, wie ich heut erst gelesen hab, am 10. Februar gestorben ist. 😢

Bye bye Lyle, you’ve reached the end of your world. Grüß mir den Josef Erich und den Schorschi Duke.

Hab grad nen kleinen Spaziergang gemacht, auf dem die Playlist lief. Ich kenn noch jede kleine Biegung, Wendung, jede kleine Nuance von den Sachen, obwohl ich schon ein paar Jahre nix mehr von der Pat Metheny Group gehört hab. Hat sich voll eingebrannt ins Hirn. Oder, wie Dr. Eagleman wahrscheinlich sagen würde: da haben sich stabile neuronale Strukturen gebildet.
Nicht vergessen: ab morgen gibt’s die zweite Folge von “The Brain” in der Servus Mediathek.

Beifang

Hatte mir schon gestern bei der Februar Playlist überlegt, ob ich z.B. die neuen Sachen von Anika Nilles aus der Liste lösche und einen eigenen Beitrag für ihr neues Album mache. Oder ob ich stattdessen den Playlist-Beitrag länger mach und dort ihr neues Video einbette …

Jetzt ist es dann halt keins von beiden geworden, sondern ein Sammelsurium als Nachtrag zur Playliste.

Als erstes eines der neuen Videos von Anika Nilles mit ihrer (neuen) Band Nevell.

Ich find die Band bockstark, wenn sie im Satz spielen. Solos und Fills der drei Jungs find ich ein bisschen oldschool. Anika Nilles spielt so variabel und einfallsreich, dass man über die Schwächen der Band geflissentlich weghört. Wahrscheinlich kann sie jede Band auf ein anderes Niveau heben.
Am Schluss erfährt man noch manches über Anikas Becken 😉

Hier das neue Album:

Bringt Farbe in den Winter. Absolut hörenswert.

Und dann zu Montis, Goudsmit & Directie. Zwei Titel von Ihnen finden sich in der Februar Playlist. Einer davon ist Don Rocko:

Unbedingt kurz bei 4:17 reinhören!
Auch das Album hat was. Und Orgeltrios sind ja eh irgendwie angesagt.

Jordan Rakei findet sich auch in der Februarliste. Bin mir nicht ganz sicher, was ich von ihm halten soll. Hatte schon letztes Jahr mal einen Titel von ihm gespeichert, den ich manchmal saugut finde, manchmal nervt er auch.
Hier das Tiny Desk Konzert vom Januar. Den ersten Titel find ich sagenhaft. Den Rest eher gähn …

Hier noch das etwas ältere Video von “Blackbird”. Nein, nicht das von den Beatles …

Und dann wäre da noch Jazz-Küken Joey Alexander. Der erste Eindruck ist immer noch, dass man besser mal seine Mama über Lautsprecher ausrufen lässt, aber weit gefehlt: Wunderkind. Und das schon seit Jahren. Mit elf Jahren hat er sein erstes Album veröffentlicht. Jetzt, mit 16, schon sein fünftes. Nicht wirklich meine Musik, aber zumindest der Titeltrack kann voll überzeugen. Ist übrigens auch der einzige Titel, der bis jetzt bei Spotify zu finden ist.
Für den Videodreh hätte Mama ruhig eine andere Jacke aussuchen dürfen …

Februar Playlist

Wenn man rausschaut oder rausgeht, dann kann man kaum glauben, dass es Winter sein soll. Wenn ich mich recht erinnere, dann habe ich die letzten Monate höchstens 3x Eiskratzen müssen. Schneeschippen schomma gar nicht.
Da die Tomaten noch wässriger schmecken als sonst im Jahr, muss es ja irgendwo Winter sein. Ich vermute, dass die Tomaten jetzt nicht mehr aus Holland kommen, sondern vielleicht aus Schweden, wo’s bestimmt ganz kalt und dunkel ist.
So kalt und dunkel, dass bei Spotify wenig Frisches in den Regalen zu finden ist, sondern eher Sachen, die farb- und geschmacklos daher kommen.
Und letzte Woche wollten die mir doch tatsächlich in ihrem “Release Radar” einen Titel als total frisch und neu andrehen, der sich schon seit Wochen in meiner Playlist befindet.

Da kann man nur hoffen, dass dem Algorithmus langsam mal wieder ein Licht aufgeht, und mit den Tagen auch die Playlisten wieder länger werden.

Auch wenn in der Februarliste jetzt ein paar Titel zu finden sind, die man auch in die Abteilung “Edelschnarch” packen könnte, heißt das jetzt nicht, dass gar nix Peppiges zu finden wäre. Schon beim ersten Titel geht’s richtig ab. Ca. eine Minute vor Schluss spielen sie kurz “Smoke on the Water”, und zwar so scharf, dass man sich eine komplette Coverversion wünschen würde. Und beim zweiten Titel, täusch ich mich oder klingt das stellenweise ein bisschen nach “Stairway to Heaven”.
Die neuen Sachen von Anika Nilles spielen auch ordentlich gegen die Dunkelheit an, wie auch schon der Titel ihrer neuen CD verspricht: “For A Colorful Soul”.

Jäzz For The Deaf

Wollte schon seit langem mal die Band “Mörglbl” vorstellen. Die Überschrift hatte ich auch schon lange im Kopf: “Nur für Hartgesottene”. Aber diese Überschrift hab ich ja gestern bei der Jahresplayliste 2019 verbraten …
Halb so schlimm, denn die jetzige Überschrift passt sogar etwas besser.

Ich würde mich ja stellenweise als Feingeist bezeichnen (nicht als Beruf, sondern als Hobby), folglich haut’s mir bei Mörglbl schnell mal die Sicherungen raus. Was ja auch ganz befreiend sein kann.

Wüste Sache, das.
Aber auch schön, wenn man feststellt, dass man ja auch schon lange die gleiche, sehr kleine, Frisur hat wie die wilden Jungs aus Fronkraisch.

Habe eine kleine, nicht repräsentative Playlist bei Spotify zusammengestellt. Wer da jetzt reinhört, sollte sicherstellen, dass keine Haustiere anwesend sind und auch keine zart besaiteten Mitbewohner.
Der erste Titel fängt fast an wie Radar Love, dreht dann aber schnell in eine ganz andere Richtung …

Natürlich findet man auch bei YouTube Sachen von Mörglbl, fangen wir mal ganz harmlos an:

Relativ neu ist dieses Video mit einem Song vom letztjährigen Album:

Un no oans:

Zuguterletzt unterstreichen Mörglbl, bzw Gitarrist Christophe Godin, dass sie nicht nur musikalischen Humor haben:

Auch für nicht ganz so Hartgesottene

Die Best-of-2019 Playliste mit 248 Titeln vom vorherigen Post ist ja nicht jedermanns Sache.

Deshalb kommen hier ein paar Playlisten à 10 Songs aus dem Jahres-Fundus, die ich inhalts-sensitiv benannt habe.
Kurz und schmerzlos, kurz und hörenswert:

Die poppige Liste:

Die bluesige Liste:

Die elegante Liste:

Die coole Liste:

Die heftige Liste:

Die spaceige Liste:

Die groovige Liste:

Die witzige Liste:

Die fröhliche Liste:

Die funkige Liste:

Die Liste mit den Songs, die wie eine Naturgewalt daher kommen:

Die Liste mit dem Besten vom Besten:

Irgendwie untergegangen ist E-12 von Myron McKinley … das eigentlich Platz 1 der Best-of verdient hätte. Keine Ahnung wie das passieren konnte, aber hier dann halt das Video zum Titel:

Nur für Hartgesottene

Allmählich wird’s Zeit für den Jahresrückblick. Die üblichen Rückblicke gehen ja schon Anfang bis Mitte Dezember über den Äther, und da frag ich mich immer, obs denn im Dezember keine berichtenswerten Highlights mehr gibt, außer brennenden Lichtlein nix gewesen …

Andererseits ist ein Jahresrückblick, der erst im Februar auftaucht, auch nicht mehr so ganz zu vertreten. Also schnell noch zum Ende des Januars raushauen …

Das ist jetzt gar nicht so einfach.
Ich leg mir ja bei Spotify jeden Monat eine neue Playliste an, in der ich dann Songs sammle, die mir positiv auffallen. Diese Playliste hör ich mir dann im Folgemonat ein paarmal durch und sortiere die guten ins Töpfchen, sprich, die jeweilige Monatsplayliste, die ich dann auch hier vorstelle.

Am Ende des Jahres, bzw. zu Beginn des neuen Jahres, hör ich mir dann nicht die gekürzten und hier vorgestellten Playlisten durch, sondern die langen, und packe die dann in die Jahresplayliste die Sachen rein, die mich weiterhin begleiten sollen. Mir quasi ans Ohr gewachsen sind.

Beim ersten Auswählen spiel ich die Sachen natürlich nur an, aber wenn dann die erste Version der Playliste steht, hör ich sie schon etwas genauer durch. Beim Kochen, beim Putzen, in der Badewanne, im Auto, zu Fuß, beim Einschlafen und beim Aufwachen …

Nur so als Hausnummer: die erste Version war über 32 Stunden lang bei über 350 Songs.

Mittlerweile ist die Jahres-Rückblicks-Playlist von 2019 in der Best-of Version “nur noch” knapp 22 Stunden lang und knapp 250 Songs schwer. Beim intensiven Hören über die letzte Woche (per Zufallswiedergabe) sind mir keine Titel mehr aufgefallen, auf die ich verzichten möchte. Könnte mir aber durchaus vorstellen, dass der eine oder andere Titel noch fliegt.

WER WILL DAS HÖREN????

Nun, zuallererst mal ich.
Hier mal ne halbe Stunde zum Genießen, dort mal ne Stunde beim Kochen. Und wenn ich ins Allgäu fahre, mal vier Stunden ungestört und am Stück im Auto.

Würde mich freuen, wenn ihr auch ab und zu mal reinhören würdet. Zufallswiedergabe nicht vergessen. Und den Skip-Button rigoros benutzen, wenn euch der Titel nicht gefällt.
Bei 22 Stunden Musik könnte ja schon das eine oder andere dabei, das euch gefällt.

At The Low End

Paul Jackson ist einer der markantesten Bassisten überhaupt.
Meine erste auditive Begegnung mit ihm hatte ich ca 1975 auf dem Herbie Hancock Album “Thrust”. Abgefahrene Basslinien! Würde mal behaupten, dass das meine Initiation in Sachen Groove war. Total hypnotisch. Mike Clark und Paul Jackson formen zusammen ein so unerschütterliches Funk Fundament, dass Herbie Hancock und Bennie Maupin da drüber spielen können, was immer sie wollen, der Groove ist unkaputtbar.

Irgendwann in den 80ern ist Paul Jackson wohl nach Japan umgezogen, was seiner Karriere nicht unbedingt zuträglich war. Die englische Wikipediaseite ist völlig verwaist. Bei Spotify findet man einzwei Alben, aber da es noch einen Paul Jackson gibt, irgendein Singer Songwriter, und Spotify es nicht hinbekommt, die zwei auseinander zu halten, ist das Profil halt doch versaut.

Gegen Ende letzten Jahres ist dann ein Album des Paul Jackson Trios (von 2014) neu bei Spotify aufgetaucht, das jetzt nicht brillant ist, aber trotzdem hörenswert. Ich habe seit Oktober ab und zu mal rein gehört, und mich immer gewundert, warum die Zahl der monatlichen Hörer nur so 60-70 beträgt. Schlechtes Marketing und schlechte Cross-Verlinkung zum Paul Jackson bzw. Headhunters Profil sind bestimmt nur ein Grund.

Bei YouTube hat die Plattenfirma 2018 zwei Videos zum Album eingestellt, einen “Trailer”, der auf sagenhafte 390 Views kommt, und einen im Studio gespielten Song, der unglaubliche 1136 Aufrufe hat. Ich fass es nicht.

Das Album ist jetzt nicht mein Lieblingsalbum, aber diese Ignoranz hat es in keiner Weise verdient. Sind nämlich klasse Sachen drauf, z.B. “What You’re Talkin’ ’bout”, von dem ich schomma beim blind Hören dachte, es sei von Stevie Wonder …

Der Song “Tiptoe Through the Ghetto” ist ein Wiederaufguss des Songs “Tip Toe” von dem wirklich sagenhaften Headhunters Album “The Return of the Headhunters” von 1998. Mir gefällt die alte Version deutlich besser. Manno, Mike Clark ist einfach ein sagenhafter Drummer.

In der Playlist sind 5 Titel des Trio-Albums, 4 Titel des o.g. Headhunters-Albums, und ein Titel vom Herbie Hancock Album “Thrust”.

Hier kommt noch der Titel “Midnight Is A Lonely Heart” als Video:

Und noch ein Video, Bildquali scheißegal, in dem Paul Jackson zusammen mit Mike Clark unterschiedliche Timing Varianten von Grooves erklären. PJ erwähnt kurz den Begriff “Pocket”, und ich könnte mir vorstellen, dass das auch wieder ein bisschen Licht auf das “Pockets” von “Scary Pockets” wirft …

Und hier noch der Link zum Post “But Goldies”, in dem ihr ein Video von Herbie Hancock und den Headhunters von 1975 findet. Natürlich mit Paul Jackson am Bass!

Januar Playlist

This playlist contains December music.

Habe mich entschlossen, die Monats-Playlisten umzubenennen, und zwar in den Monat, in dem sie tatsächlich an den Start gehen. Bisher war ja die “November Playlist” voll mit Musik, die mir im November über den Weg gelaufen ist, aber halt im Dezember veröffentlicht.

Zur Zeit brauch ich immer ein bisschen länger, bis ich mich durch meine ursprüngliche Playlist mit zuerst mal interessanten Titeln durchgehört habe und diese dann (in der Regel) um zwei Drittel gekürzt, hier vorstelle. Höre mir die Liste ja auch mindestens vierfünfmal durch, damit nur das Beste für euch hängen bleibt.
Und nu (Ende Januar) wär ja eigentlich die Dezember Playlist dran, die ich aber in [siehe Überschrift] umbenannt habe.

Auch wenn in den Playlisten immer auch Musik drin ist, die eben erst erschienen ist, ist es ja nicht mein Ziel, nur objektiv neue Sachen vorzustellen. Deshalb dürfen die Neuheiten vom Dezember ruhig in der Januar Playlist auftauchen. In der Januar Liste findet sich z.B. ein Titel von Gerald Gradwohl, der von 2003 ist. Also rein subjektiv neu. Und da ich zum Verallgemeinern neige, gehe ich davon aus, dass der Gradwohl Titel auch für die meisten von euch neu sein wird. Und wer weiß, Quantenscheiß, vielleicht ist der Titel ja auch für Gerald Gradwohl neu, weil ja immer das Beobachtete auch vom Beobachter abhängt.

Hoffe, dass jetzt auch der/die eine oder andere mit mir abhängt, die Füße hoch legt und ein wenig neben dem Alltag Platz nimmt, mit der guten alten neuen Januar Playlist.

Neue Hörbücher

Zwei auf Spotify verfügbare Neuerscheinungen sind mir letzte Woche aufgefallen:

Als erstes das neue Buch von Jonathan Safran Foer “Wir sind das Klima!”, in dem er uns auf der einen Seite mal ordentlich den Kopf wäscht wegen unseres allgemeinen Verbrauchs an Ressourcen, uns auf der anderen Seite ein paar hoffnungsvolle Ansätze aufzeigt, wie aus dem Untertitel ersichtlich wird “Wie wir unseren Planeten schon beim Frühstück retten können”. Ich bin zwar erst halb durch damit, von mir gibt’s trotzdem schomma einen 👍

Als zweites kommt ein Buch meiner Lieblings-Spiegel-Online-Kolumnistin Anja Rützel mit dem Titel “Take That”. Es ist Teil der Kiwi Musikbibliothek Reihe, deren Rest ich nicht kenne.
Wie der Titel schon sagt, geht’s um die Band gleichen Namens, und damit wär’s für mich und viele viele andere so uninteressant wie bloß was. Wäre da nicht Anja Rützel.
Anja Rützel schreibt im Spiegel oft Kritiken über Fernsehsendungen, deren Betrachten ein früherer Bekannter von mir immer als “Tiefpunktforschung” bezeichnet hat. Dschungelcamp, Promi Big Brother, Bachelor usw. … Ich kenn solche Sachen nur vom Wegsehen, freu mich aber immer darauf, wenn’s endlich wieder soweit ist, dass das Dschungelcamp die Pforten öffnet und Anja Rützel darüber berichtet. Das zählt für mich wirklich zu den Highlights des Jahres, und wie’s der Zufall so will, schreib sie gestern was über eine neue Show mit Mario Barth. Ich bin sehr froh, dass ich das Zeug nicht gucken muss, und dafür was Süffisantes aus sehr spitzer Feder lesen kann. Klar, das fällt in die Kategorie “ich fühl mich besser, wenn ich weiß dass es so nen Scheiß gibt, und ich muss mir selbst das Hirn nicht schmutzig machen damit”. Hier der Link zum wunderbaren Barth-Artikel >>>

Das Take That Buch, nun klar, ich hab noch nie einen einzigen Song von denen freiwillig gehört, ich hab noch nie was über die gelesen und muss folglich inhaltlich draußen bleiben, aber Anja Rützel erzählt das auf eine Weise, dass es fast schon egal ist um was es in dem Buch geht.
Ich liebe ihre Formulierungen, und ganz besonders ihre Analogien.
So nach einer Stunde geht’s mir dann doch zu sehr um Take That, aber bis dahin: sehr vergnüglich!

Hier noch ein paar Hörbuchtipps für Bücher die jetzt nicht ganz so neu sind, die ich aber zuvor auf Spotify nicht gesehen hatte.

Mittlerweile gibt’s drei Bücher von Mariana Leky auf Spotify, ich hatte im Sommer “Was man von hier aus sehen kann” gehört und war begeistert, auch von Sandra Hüller als Sprecherin, deshalb hier die Playlist:

Die anderen Bücher “Erste Hilfe” und “Die Herrenausstatterin” findet ihr bestimmt auch selbst.

Ein Buch, das mir wirklich viele Türen zum Verständnis der Welt geöffnet hat, und das ich schon mehrmals durchgehört habe, ist das fulminant verrückte “Einstein, Freud & Sgt. Pepper – Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts” von John Higgs.
Wer’s nicht kennt hat echt was verpennt:

Die erste Ausgabe des Buchs wurde unter dem Titel “Alles ist relativ und anything goes” veröffentlicht.

Vielleicht hat ja jemand Spaß an Celeste Ng, dann gäbe es hier das Buch “Kleine Feuer überall”:

Mir hat’s gefallen.
Den Vorgänger “Was ich euch nicht erzählte” findet ihr auch auf Spotify.

We Speak Luniwaz …

… ist der Titel der neuen CD von Scott Kinsey. Untertitel: The Music of Joe Zawinul.

Höre sie im Hintergrund, während ich dies schreibe.
Und freu mich, dass es wieder mal Musik gibt, die nach Joe Zawinul klingt, auch wenn’s Fake Joe ist.

Scott Kinsey macht schon lange einen auf Zawinul, was mir nicht immer gefällt, aber z.B. bei dem Album “Human Element” ganz gut rüber kommt. Phantastische Musiker mit dabei, allen voran Matthew Garrison am Bass und Arto Tunçboyacıyan als Sänger/Percussionist.

Manchmal lohnt es sich, die alten Zeiten neu zu beleben, und finde auch dass das auf der neuen CD ganz gut gelungen ist:

Hier ein Live Video eines Titels von der angesprochenen CD “Human Element” mit dem phänomenalen Matthew Garrison am bass:

Hey, genau ein Jahr alt, dieses Video! Herzlichen Glückwunsch! Ein paar Views mehr hätte es natürlich verdient. Zwei meiner Lieblings WR Titel …
Hadiren Feraud kriegt auch nen dicken 👍

Hab noch ein bisschen auf YouTube gekramt, da gibt’s ein ganzes Livekonzert mit Scott Kinsey und Jimmy Haslip (die anderen Namen hab ich nicht verstanden). Scheint, wenn ich’s richtig verstanden habe, ein Jaco Pastorius Tribute Konzert zu sein.
Sagt der Ansager tatsächlich “Scott Kinsley”?
Und hört sich der Anfang nicht irgendwie nach “The Pursuit of the Woman With the Feathered Hat” an?

Zildjian Sessions ham wir ja auch schon gehabt hier, deshalb noch dieses kurze Video. Und der Bassist ist doch der, der schon öfters mal bei Scary Pockets mit dabei war …

Das Bild, das diesen Beitrag auf der Übersichtsseite an”teasert”, hab ich übrigens selbst geschossen. Ca 2002 in der Memminger Stadthalle. Das waren noch Zeiten!