Auch für nicht ganz so Hartgesottene

Die Best-of-2019 Playliste mit 248 Titeln vom vorherigen Post ist ja nicht jedermanns Sache.

Deshalb kommen hier ein paar Playlisten à 10 Songs aus dem Jahres-Fundus, die ich inhalts-sensitiv benannt habe.
Kurz und schmerzlos, kurz und hörenswert:

Die poppige Liste:

Die bluesige Liste:

Die elegante Liste:

Die coole Liste:

Die heftige Liste:

Die spaceige Liste:

Die groovige Liste:

Die witzige Liste:

Die fröhliche Liste:

Die funkige Liste:

Die Liste mit den Songs, die wie eine Naturgewalt daher kommen:

Die Liste mit dem Besten vom Besten:

Irgendwie untergegangen ist E-12 von Myron McKinley … das eigentlich Platz 1 der Best-of verdient hätte. Keine Ahnung wie das passieren konnte, aber hier dann halt das Video zum Titel:

At The Low End

Paul Jackson ist einer der markantesten Bassisten überhaupt.
Meine erste auditive Begegnung mit ihm hatte ich ca 1975 auf dem Herbie Hancock Album “Thrust”. Abgefahrene Basslinien! Würde mal behaupten, dass das meine Initiation in Sachen Groove war. Total hypnotisch. Mike Clark und Paul Jackson formen zusammen ein so unerschütterliches Funk Fundament, dass Herbie Hancock und Bennie Maupin da drüber spielen können, was immer sie wollen, der Groove ist unkaputtbar.

Irgendwann in den 80ern ist Paul Jackson wohl nach Japan umgezogen, was seiner Karriere nicht unbedingt zuträglich war. Die englische Wikipediaseite ist völlig verwaist. Bei Spotify findet man einzwei Alben, aber da es noch einen Paul Jackson gibt, irgendein Singer Songwriter, und Spotify es nicht hinbekommt, die zwei auseinander zu halten, ist das Profil halt doch versaut.

Gegen Ende letzten Jahres ist dann ein Album des Paul Jackson Trios (von 2014) neu bei Spotify aufgetaucht, das jetzt nicht brillant ist, aber trotzdem hörenswert. Ich habe seit Oktober ab und zu mal rein gehört, und mich immer gewundert, warum die Zahl der monatlichen Hörer nur so 60-70 beträgt. Schlechtes Marketing und schlechte Cross-Verlinkung zum Paul Jackson bzw. Headhunters Profil sind bestimmt nur ein Grund.

Bei YouTube hat die Plattenfirma 2018 zwei Videos zum Album eingestellt, einen “Trailer”, der auf sagenhafte 390 Views kommt, und einen im Studio gespielten Song, der unglaubliche 1136 Aufrufe hat. Ich fass es nicht.

Das Album ist jetzt nicht mein Lieblingsalbum, aber diese Ignoranz hat es in keiner Weise verdient. Sind nämlich klasse Sachen drauf, z.B. “What You’re Talkin’ ’bout”, von dem ich schomma beim blind Hören dachte, es sei von Stevie Wonder …

Der Song “Tiptoe Through the Ghetto” ist ein Wiederaufguss des Songs “Tip Toe” von dem wirklich sagenhaften Headhunters Album “The Return of the Headhunters” von 1998. Mir gefällt die alte Version deutlich besser. Manno, Mike Clark ist einfach ein sagenhafter Drummer.

In der Playlist sind 5 Titel des Trio-Albums, 4 Titel des o.g. Headhunters-Albums, und ein Titel vom Herbie Hancock Album “Thrust”.

Hier kommt noch der Titel “Midnight Is A Lonely Heart” als Video:

Und noch ein Video, Bildquali scheißegal, in dem Paul Jackson zusammen mit Mike Clark unterschiedliche Timing Varianten von Grooves erklären. PJ erwähnt kurz den Begriff “Pocket”, und ich könnte mir vorstellen, dass das auch wieder ein bisschen Licht auf das “Pockets” von “Scary Pockets” wirft …

Und hier noch der Link zum Post “But Goldies”, in dem ihr ein Video von Herbie Hancock und den Headhunters von 1975 findet. Natürlich mit Paul Jackson am Bass!

Tiefer gelegt

Es gibt wohl kaum Musik, die mehr Leute erreicht, als die Musik von Michael Jackson. Echt niederschwellig. Ich persönlich leg mir zwar nie nix von Jacko auf, aber wenn’s ab und zu von außen an mein Ohr dringt, dann muss ich mich nicht wegducken.

Tony Succar war mir bis vor kurzem unbekannt, bis er und seine Band mir mit folgendem Titel zwischen die Ohren gegrätscht sind:

Okay, okay, Uptown Funk ist von Bruno Mars …
… aber beim weiteren Stöbern nach Sachen von Tony Succar fallen hauptsächlich mal seine Michael Jackson Tributes auf. Und die haben es durchwegs in sich. Gute Laune, Mörder-Band und klasse Arrangements. Jacko goes Latin. Endlich mal Rhythmus hinter dem Geschluchze …

Prädikat: 100% partytauglich

But Goldies

Die Bildqualität ist doch schon ein bisschen seeeehr angestaubt, aber die Soundqualität ist überraschend gut bei diesem Konzert aus den 70ern. Und die Qualität der Musik hat über die Jahre schomma gar nicht gelitten.

Herbie Hancock ist totaaaal bedröhnt (siehe seine Ansage bei 28:50), was wohl nicht nur von der Musik kommen mag. Herbie hat ja in seinem Leben einige Genres in seine Musik integriert, und daraus neue Sub-Genres geschaffen. Wie es aussieht auch eines das ich mal Stoner-Funk nennen würde.

Die Kameraleute bzw. die Bildredaktion hatte bestimmt auch mitgeraucht.

Funkmäßig würde ich aber mal behaupten, dass der Herbie ohne seine Headhunters schon relativ aufgeschmissen wäre.


Nicht ganz so alt, bzw. 20 Jahre jünger, ist das Konzert von Joe Zawinul mit Trilok Gurtu.
Bildquali nochmal nen Tick schlechter, Bild und Ton nicht ganz synchron, aber dafür ist die Tonqualität ganz in Ordnung. 90er Jahre Fernsehsound halt.

Musikalisch find ich’s ziemlich klasse, und hier kriegt man Songs zu hören, die es halt sonst nirgends gibt. Ich hatte sellamohls eine CD der beiden, die klang doch wesentlich steriler als dieses Konzert.


Aus 1987 stammt dieser Ausschnitt von einem Miles Davis Konzert, Tutu, dem Signature-Song aus den späten Jahren von Miles. Komponiert von Marcus Miller, der lange Musical Director bei Miles war, und der am Bass mehr als adäquat ersetzt wird von Darryl Jones, der, bevor er beschlossen hatte, seinen Lebensabend als Wanderbassist der Rolling Stones zu verbringen, ein richtig ernst zu nehmender Bassist war.

Übrigens war Foley in seiner Zeit bei Miles Davis immer als “Lead Bassist” geführt, was hauptsächlich darauf zurückzuführen war, dass er einen Bass mit Gitarrensaiten bespannt hatte. Was er gespielt hat, war aber schon “Gitarrenzeugs”. Mir hat das immer gut gefallen, ich fand, dass sein Sound besonders weich war, auch vom Anschlag her. Ist aber vielleicht halt seine Spielweise.


End of Goldies und Abbitte:

Das mit dem Lebensabend von Darryl Jones war natürlich etwas polemisch übertrieben, weil er ja auch noch andere Sachen macht, etwa mit Jean-Paul Bourelly (ex Defunkt) und Will Calhoun (ex Living Colors) wie in folgendem Ausschnitt zu sehen …

… oder hier zu hören ist, mit den 3 Brave Souls.

Holy Shit!

Seit ich mit neulich mal ein Drumeo-Video von Anika Nilles angeschaut hatte, krieg ich vermehrt Vorschläge mit Schlagzeug-Inhalten. Als Nichtschlagzeuger bzw. als Nichtmusiker guck ich da nur vage hin, außer Überschrift und Bildvorschau des Videos üben eine gewisse Anziehungskraft aus.

“Creating Modern Grooves” als Titel, plus das Bild eines sehr jungen Drummers mit offensichtlich subkontinentalen Genen, stoßen mein Interesse dann doch so an, dass ich reingucken muss. Raghav Mehrotra, nie gehört, aber:

Bingo!

Schon nach ein paar Sekunden ist das Staunen im roten Bereich.
15 Jahre alt, der Bursche!
Musikalisch WOW, technisch WOW, und für einen 15-Jährigen mit einem Selbstbewusstsein und einer Souveränität ausgestattet, dass es kracht. Und er hat’s durchaus auch drauf, seine Sicht der Dinge rüberzubringen.

Wenn so die Zukunft des Schlagzeugen aussieht, dann HER DAMIT!

Obwohl er noch so jung ist, hat er offensichtlich schon 600 Broadway Shows gespielt, irgendwas mit School Rock oder so, wenn ich das richtig verstanden habe. Es gibt bei YouTube zwar ein paar Videos von ihm, aber eigentlich nix, was diesen Quantensprung in die oberen Schlagzeugregionen andeuten würde.

Mehr Mehrotra!

Gefunden hab ich noch das folgende, da war er 11 Jahre alt. Endlich mal ne Boyband nach meinem Geschmack, auf jeden Fall schon deutlich mehr als ne Garagenband:

Bin mal gespannt, was man von dem noch zu hören bekommt. Oft gibt’s ja bei Wunderkindern einen Karriereknick, bzw. irgendwann geht’s dann halt nimmer immer steiler voran.

Und dann kann ich’s ja nach der Entdeckung eines total überraschenden Videos auch einfach nicht lassen, weiter zu klicken, in der Erwartung, was ähnlich Spannendes zu finden.
Nicht ganz so überraschend, mit 30 doppelt so alt, groovy wie Sau: Taylor Gordon.

Jetzt muss ich mich noch schnell als total rückständig zu outen: seit wann gibt’s ihn denn, den Trend zur Zweit-Snare? Da beide eine benutzen, hab ich wohl was nicht mitgekriegt.

Deitch good!

Die Nummer “Egyptian Secrets” des Adam Deitch Quartetts (aus der Oktober Playlist) hab ich mit großem Vergnügen schon öfter gehört, und auch die gleichnamige CD gefällt mir stellenweise ganz gut.

Bei manchen Titeln, genauer gesagt bei dreien, sind Gitarrenparts zu hören, die, gibbsjaned, nur von einem stammen können: von John Scofield.
Und es ist!

Das war aber nur die halbe Überraschung beim Adam Deitch Quartett. Die andere ist, dass Adam Deitch himself der Drummer von Lettuce ist, die ich hier schomma vorgestellt hatte >>>

Hätte man vielleicht hören können.

Aber wiebidde kommt denn da eine Verbindung zu John Scofield zustande?
Rhetorische Frage, denn wenn man die Liner Notes von Scofields CD “Überjam Deux” liest, dann findet man da bei sieben Titeln Adam Deitch an den Drums. (Bei den restlichen vier Titeln trommelt übrigens Louis Cato, der hier und hier schomma hier aufgetaucht ist.)

Adam Deitch stellt übrigens das gesamte Doppel-Album seines Quartetts auf seinem YouTube Kanal bereit:

Mir persönlich gefallen “Progressions” und “Art Bar” mit am besten.
Nicht verpassen: Mr. Clarks Message, nur ein Anrufbeantwortermitschnitt, auf dem Mike Clark seineszeichens und seinerzeit Drummer bei Herbie Hancocks Headhunters, der Deitch zu seiner Musik gratuliert.

Hier noch zwei Live Mitschnitte des Adam Deitch Quartetts. Bei Art Bar vermisse ich John Scofield.

Auf YouTube findet man noch ein paar wenig geguckte Videos von Lettuce-Auftritten, bei denen John Scofield mitspielt. Mir gefällt’s.

Und hier nomma kurz das Video, in dem Mike Clark seinen “Actual Proof” Groove erklärt:

Am Schlawittich gepackt

… nämlich die Gelegenheit. Man könnte sie auch am Schopfe packen, aber biddeschön wo simmer denn?

Dank eines relativ frischen Videos (das allerdings aussieht als käme es aus den Anfängen des Jahrhunderts) wird es mir gelingen, zwei Musiker, die mir am Herzen liegen, in einem Beitrag vorzustellen: Charlie Hunter und Cory Wong.

Cory Wongs neues Album “Motivational Music for the Syncopated Soul” gefällt mir jetzt nicht soooo gut, aber zwei Highlights sind stechen hervor: der unten im ersten Video zu sehende Titel Gumshü und die Nummer Companion Pass, auf der es einen eine Motivational Speech gibt, die es in sich hat. Zuerst aber das Video:

Coole Nummer, in der mir Charlie Hunter besser gefällt als Cory Wong.

ABER: die noch viel coolere Nummer, oder vielmehr eine der coolsten Nummern überhaupt! je! kommt jetzt. Charlie Hunters “Who Put You Behind The Wheel”. Der Titel ist Programm, und so kommt man sich stellenweise so vor, als wäre man Beifahrer bei jemandem, der keine richtige Orientierung hat. Doch Vorsicht: alles ist genau kalkuliert, was vor allem in der Video-Version klar wird.
Für mich ganz ganz große Kunst. Enjoy!

Um nach so viel großer Kunst wieder auf den Boden zu kommen, hier noch was Trivialeres, auch mit Cory Wong, aber von Cody Fry. Klasse fröhliche Nummer. Und ich entschuldige mich nachträglich bei allen Popper-Schnöseln aus meiner Jugendzeit, bei denen ich ganz automatisch davon ausgegangen bin dass sie nix drauf hätten. Cory Fry hat’s drauf!

Und dann noch die Nummer Companion Pass von Cory Wong, die es leider mit der Motivationsansprache nicht bei YouTube gibt, deshalb hier der Spotify Link.
Tja, Motivationsansprache … Hab einmal bei YouTube so ein Video gesehen, wo einer nen ganzen Saal dazu gebracht hat, auf die Stühle zu steigen und quasi zu schreien, dass man ab morgen ein besserer Mensch wird. Das war ganz schön ekelhaft. Auch bei der Nummer von Cory Wong schafft sich der Redner total aus dem Geschirr und nennt seine PayPal Einzahlungsadresse. Deshalb bin ich mir nicht sicher, dass das Ernst gemeint ist. Oder doch?
Zumindest ein Teil der Ansprache spricht mich an:

It’s time to discover who you are as a person
It’s time to step out of those shadows and become your own person
This  is the time in your life where you need not discover who someone else is within you, but who you are within you

‘Cause  you’re never gonna be as good as Pat Metheny, as Pat Metheny is at being Pat Metheny, You’re only gonna be the best at being you! And nobody in the world is gonna be as good as you at being you. Nobody in the history of mankind — past, present or future — will be as good as you at being you!

Dengel dengel buff zack

Eigentlich sollte es nicht verwundern, wenn Zildjian, Platzhirsch was Becken angeht, weiß, wie man ein Schlagzeug ordentlich ab/aufnimmt. Wie gut das dann aber tatsächlich klingt hat mich dann doch überrascht. Hier darf man ruhig mal die guten Kopfhörer rausholen und einfach in der Soundqualität schwelgen. Man darf nicht vergessen, dass das YouTube Videos sind, also maximal 192kbps Audio Bitrate liefern.
Audiopuristen aller Länder, die ihr seit 20 Jahren an komprimierter Musik rumnörgelt, nehmt diesen Hieb!

Mit der Zildjian Live Serie scharrt die alte Beckenschmiede ordentlich mit den Hufen. Mit Will Kennedy, Omar Hakim und Larnell Lewis (u.a.) haben sie nicht nur ein paar Giganten am Start, sondern als Musical Director haben sie auch noch Robert “Sput” Searight engagiert, den Drummer, den wir schon im Beitrag Kleine Welten I in den ersten beiden Videos kennengelernt haben. Da frag ich mich dann schon, wie issn das, darf der jetzt nicht ans Schlagzeug weil er nicht “gut genug” ist, oder geht’s da nicht um Hierarchien, sondern um’s vernetzt sein?

Genug gequatscht, here comes Will Kennedy, den die einen oder anderen noch aus seinen Andy Narell und Yellow Jackets Zeiten kennen.

Weiter mit Omar Hakim, dessen Beinamen “Mr. Hi Hat” mir noch in den Ohren klingelt. Oder lieg ich da falsch? Das Hi Hat fällt mir zumindest hier nicht wirklich auf …

Larnell Lewis ist der Hausdrummer bei Snarky Puppy, die ja oft in der ganz großen Besetzung spielen, wo ich auch schon Larnell Lewis und Sput Searight gemeinsam hab spielen sehen.

Von LL gibt’s bei Spotify eine CD, “In the Moment”, bei der sich das Reinhören durchaus lohnt. Hier nur kurz mein Lieblingstitel davon:

Hier noch ein Kommentar, den ich mir nicht verkneifen kann: Falls ihr kleine Kinder oder Enkel habt, holt sie schnell her zum Mitgucken. Dann werden sie erstens auf gute Musik geprägt, und zweitens wollen sie dann keine Barbiepuppen sondern basteln sich eine Bassisten-Stoffpuppe. Ich mein nur, wär doch ökologisch.

Kleine Welten I

Ging mir früher schon so, dass ich beim Lesen der Besetzungslisten auf LPs und CDs immer wieder über die selben Namen gestolpert bin. Steve Gadd war auf bestimmt 90% meiner Scheiben bei mindestens einem Stück an den Drums, und sobald irgendwo geile Bläsersätze zu hören waren, dann standen Jerry Hey und Bill Reichenbach auf der Liste. Gary Grant war auch mit dabei, zum Bedauern meiner Frau aber der mit G und nicht der mit C.

Etwas Ähnliches passiert mir gerade wieder, wenn ich mich durch YouTube Videos klicke und dann die gespeicherten Highlights vergleiche. Der Dreh- und Angelpunkt der Musiker, die mir ständig über den Weg laufen, scheint die Band Snarky Puppy zu ein, die stellenweise mit gigantischer Besetzung Musik macht.

Ich fang mal an mit Shaun Martin, von dem’s ein paar schöne Studio-Live-Videos gibt wie das folgende mit fast schon GRP Feeling:

Natürlich sind Live-Studio-Sessions nicht ausschließlich live, aber schon irgendwie komisch dass man nie sieht wer hier Synthesizer spielt …

Robert ‘Sput’ Searight sitzt oben wie auch im nächsten Video an den Drums und dient als Überleitung zu Louis Cato, dem Universalmusiker, der so ziemlich alle Instrumente beherrscht, und den ich schomma live gesehen hab am Schlagzeug der Marcus Miller Band. Cato ist auch Mitglied der Band Stay Human, die Houseband von Stephen Colberts Late Show …

Keyboarder Brett Williams war sellamohls auch dabei in der Marcus Miller Band.
Bleiben wir kurz bei Louis Cato. Hier ein Beispiel seines Universaltalents:

Ich find ihn fast schon ein bissl bona-esk.
Guter Text übrigens.
Louis Cato hab ich zwar noch nie mit Snarky Puppy zusammen gesehen, aber dafür mit deren Mastermind, dem Bassisten Michael League. Was für ein geiles Schlagzeug, was für eine geile Nummer!

Michael League übigens hier nicht am Bass, sondern an der Baritonklampfe.
Zu guter Letzt hier noch ein Cover der alten George Benson Nummer “Gimme The Night”, zusammen mit den Huntertones:

Ach komm, einer geht noch: Huntertones ohne L.C.

Und noch eins. Huntertones auf den Spuren von Scary Pockets.
Und, haha, sie versuchen sich in der Visualisierung des MP3-Formats in Bezug auf den Raum …

Musste zweimal hinsehen … mit Bart hatte ich ihn noch nie gesehen: Brett Williams an den Keys.

Rich Talk poor

Eines meiner Lieblingsformate sind TED Talks. Und einer meiner Lieblingsmusiker ist Richard Bona. Sollte also richtig reinhauen. Tut’s auch, solange er nicht zuviel redet.
Nu is aber das Format per se sprachlastig, und das ist ja gerade das Gute daran …
TED Talks sind relative kurze Vorträge (Richtlänge 18 Minuten), in denen eingeladenen Redner ein Thema vorstellen, in dem sie was zu sagen haben. Und jaaaaa, bei vielen TED Talks hab ich saumäßig interessante Sachen erfahren. Gute Redner saugen einen förmlich in ein Thema rein.

Das schafft Richard Bona mühelos mit seiner Musik und seiner Performance, aber der eh schon kleine Redebeitrag bleibt blass und unharmonisch.
Egal, die Musik bügelt’s wieder aus:

Just Friends (in the mirror)

Wer (wie ich lange) bei “The Main Squeeze” an irgendwas Gequetschtes oder Gepresstes denkt, liegt ordentlich falsch. Nicht nur weil die Musik eher locker und ohne Quetschungen und Prellungen daherkommt, nein, auch weil “Main Squeeze” auch schlicht mit “Freund” oder “Freundin” übersetzt werden kann.

Bei Spotify gibt’s einige Alben von den Jungs, die mich allerdings nicht wirklich überzeugen, bzw, bei denen der Funke nicht zu mir überspringen will.

Ganz anders geht’s mir da bei einigen Coverversionen, die man bei YouTube finden kann.
Z.B. “Man In The Mirror”, der alten Michael Jackson Nummer, die mir schon im Original irgendwie gefallen hat, die ich mir halt einfach nie anhöre, weil angestaubt, zu oft im Radio gehört und mir die Stimme von MJ nicht zusagt, weil oft ganz schön gepresst. Ha!
Wenn The Main Squeeze die Nummer spielt, geht für mich das Licht an. Groovt wie Hölle, und jeder der Musiker setzt spielfreudemäßig noch einen drauf, so dass die Nummer für mich mehr Leben hat als das Original.
Okay, die Parts mit Kopfstimme gehen an Jacko.

Phänomenal finde ich auch die Version von “Rule The World”. Auch hier wird dem alten Song neues Leben eingehaucht, bzw. intravenös reingepumpt. So wird auf einmal so ein dünnes Pop-Süppchen wie das von Tears For Fears zu einem kräftigen Eintopf. Witzig finde ich den Synthie-Bass als Reminiszenz an den Synthiepop. Fulminantes Finale!

Deutlich älter (und etwas unreifer) ist das Cover von “Papa Was A Rolling Stone”, das als “Kellervideo” aber auch eine echt gute Energie transportiert, wie ich finde.

Ein kleiner Schlenker muss noch sein: Die “Man In The Mirror” Coverversion vom Myron McKinley Trio.
Die hätte ich bestimmt nicht vorgeschlagen bekommen, wenn sich nicht Stanley Clarke in die Credits eingeschlichen hätte …
Ich kann nicht wirklich was raushören, das ich mit Stanley Clarke verbinden würde, aber was soll’s, ist ja ne schöne Nummer. Vielleicht ein bisschen zu dick aufgetragen mit den Streichern und so.
Ich würde die Version eigentlich gar nicht erwähnen, wenn da aus dem wenigen Material, das es von Myron McKonley bei Spotify gibt, nicht eine Nummer herausragen würde, die unbedingt hörenswert ist: E-12

Nachdem ich Obiges geschrieben hatte, hab ich dann doch mal bei YouTube mach dem Myron McKinley Trio gesucht, und siehe da, beide Nummern von Oben sind auch dort zu finden. Auch hier gilt für E-12: einfach UNGLAUBLICH. Unglaublich, dass es von denen nicht mehr gibt, bzw. dass aus denen nicht mehr geworden ist bisher. Vor allem die Man In The Mirror Version scheint ja mit einigem Buhei produziert worden zu sein: da ist Tatsächlich Stanley Clarke dabei, wenn auch als Dirigent der überzuckerten Streicher, und EW&F-Heinz Verdine White darf auch mit dabei sein (damit man seinen Namen für die Suchfunktion nutzen kann?) plus sehr aufwendige Videoproduktion …
Eigentlich hätte E-12 einen eigenen Beitrag verdient!

Ein Hoch auf den Wanderbass! Klingt saugudd, und hintenraus spielt er echt geiles Zeugs … nichtsdestotrotz gefällt mir der Bass der Main Squeeze Version ein bisschen besser …

Der Bari Ton

Es gibt was Neues von Mike Lettieri!
Mike Lettieri ist bekannt aus dem Umfeld von Snarky Puppy, bei denen echt mal alles, was Rang und Namen hat, mitspielt bzw. mitgespielt hat.
Und er ist bekannt als Meister der Baritongitarre. Sein letztes Album ist noch gar nicht so alt (März 2019), trotzdem gab’s kürzlich auf Spotify und YouTube gleichzeitig diesen Titel hier:

Könnte auf eine neue CD hinweisen …
Wer Lust auf seine letzte Scheibe hat, kann sie sich auf seiner Website komplett anhören: https://www.marklettieri.com/deep-the-baritone-sessions
Natürlich auch auf Spotify verfügbar.
Hier mein Lieblingstitel als YouTube “Video”:

Jetzt noch ein Video mit der gleichen Besetzung wie oben, aber schon drei Jahre alt.

Zu guter Letzt jetzt noch ein Werbevideo für Supro Amps:

Empty Pockets?

Nonononono!
Was hatte ich da gesagt? Die neueren Sachen von Scary Pockets gefallen mir nicht so recht?

Hat gestimmt, stimmt aber nimmer. Schnell nachbessern!
Die letzten vier Videos kriegen wieder das Guru-Siegel mit dem Prädikat “wertvoll”.

Ein Hoch auch auf das kleine (Keller?)Studio, dem sie treu bleiben, auch wenn sie andere Locations ausprobieren.

Wo ist der Jazz-Fest-Veranstalter, der die Pockets mal nach D holt? Würde mich interessieren, ob das auch Live so funktioniert wie in den Videos. Einen großen des Charmes machen ja die ständig wechselnden Besetzungen aus. Da müssten sie ja nen ganzen Flieger chartern … was die Ticketpreise in Regionen von Helene Fischer und den Stones katapultieren würde 😉

Unheimliche Taschen (plus)

Die Rede ist natürlich von den Scary Pockets.
Im Frühjahr 2018 wurde mir auf Spotify der Titel “Larry Pockets” vorgeschlagen. Was soll ich sagen, habe sofort 100 Punkte auf der 100 Punkte Skala vergeben. Larry Goldings als Keyboarder/Orgler hat mir gefallen seit ich ihn auf der CD Mo’ Roots von Maceo Parker gehört habe. Muss Anfang der 90er gewesen sein.
Und hier also mit einer Band namens Scary Pockets zusammen, auch namens-mäßig.

Supercool und funky.
Auf YouTube gibt’s mittlerweile 130 Videos, viele davon find ich schlicht und einfach saugudd. Jeden Montag kommt ein neues dazu. Witzige und respektlose Versionen von mehr oder weniger bekannten Hits.

Sagenhaft!

Keyboarder und Gitarrist bleiben immer die gleichen, alles andere wechselt ständig. Und immer gute Leute dabei.
Eine meiner Lieblingssängerinnen bei Scary Pockets ist obige Rett Madison.
Eine weitere kommt hier: Rozzi. Phänomenale Stimme. Phänomenales Timbre. Phänomenales Timing.

Leider find ich die neueren Sachen von Scary Pockets nicht so ansprechend.
Deshalb hier noch ein Titel von Rozzi herself (tja, was man halt so findet, wenn man in eine unheimliche Tasche rein greift)

Man beachte die beiden Typen, wie sie ab 3:20 tanzen …