Auch für nicht ganz so Hartgesottene

Die Best-of-2019 Playliste mit 248 Titeln vom vorherigen Post ist ja nicht jedermanns Sache.

Deshalb kommen hier ein paar Playlisten à 10 Songs aus dem Jahres-Fundus, die ich inhalts-sensitiv benannt habe.
Kurz und schmerzlos, kurz und hörenswert:

Die poppige Liste:

Die bluesige Liste:

Die elegante Liste:

Die coole Liste:

Die heftige Liste:

Die spaceige Liste:

Die groovige Liste:

Die witzige Liste:

Die fröhliche Liste:

Die funkige Liste:

Die Liste mit den Songs, die wie eine Naturgewalt daher kommen:

Die Liste mit dem Besten vom Besten:

Irgendwie untergegangen ist E-12 von Myron McKinley … das eigentlich Platz 1 der Best-of verdient hätte. Keine Ahnung wie das passieren konnte, aber hier dann halt das Video zum Titel:

At The Low End

Paul Jackson ist einer der markantesten Bassisten überhaupt.
Meine erste auditive Begegnung mit ihm hatte ich ca 1975 auf dem Herbie Hancock Album “Thrust”. Abgefahrene Basslinien! Würde mal behaupten, dass das meine Initiation in Sachen Groove war. Total hypnotisch. Mike Clark und Paul Jackson formen zusammen ein so unerschütterliches Funk Fundament, dass Herbie Hancock und Bennie Maupin da drüber spielen können, was immer sie wollen, der Groove ist unkaputtbar.

Irgendwann in den 80ern ist Paul Jackson wohl nach Japan umgezogen, was seiner Karriere nicht unbedingt zuträglich war. Die englische Wikipediaseite ist völlig verwaist. Bei Spotify findet man einzwei Alben, aber da es noch einen Paul Jackson gibt, irgendein Singer Songwriter, und Spotify es nicht hinbekommt, die zwei auseinander zu halten, ist das Profil halt doch versaut.

Gegen Ende letzten Jahres ist dann ein Album des Paul Jackson Trios (von 2014) neu bei Spotify aufgetaucht, das jetzt nicht brillant ist, aber trotzdem hörenswert. Ich habe seit Oktober ab und zu mal rein gehört, und mich immer gewundert, warum die Zahl der monatlichen Hörer nur so 60-70 beträgt. Schlechtes Marketing und schlechte Cross-Verlinkung zum Paul Jackson bzw. Headhunters Profil sind bestimmt nur ein Grund.

Bei YouTube hat die Plattenfirma 2018 zwei Videos zum Album eingestellt, einen “Trailer”, der auf sagenhafte 390 Views kommt, und einen im Studio gespielten Song, der unglaubliche 1136 Aufrufe hat. Ich fass es nicht.

Das Album ist jetzt nicht mein Lieblingsalbum, aber diese Ignoranz hat es in keiner Weise verdient. Sind nämlich klasse Sachen drauf, z.B. “What You’re Talkin’ ’bout”, von dem ich schomma beim blind Hören dachte, es sei von Stevie Wonder …

Der Song “Tiptoe Through the Ghetto” ist ein Wiederaufguss des Songs “Tip Toe” von dem wirklich sagenhaften Headhunters Album “The Return of the Headhunters” von 1998. Mir gefällt die alte Version deutlich besser. Manno, Mike Clark ist einfach ein sagenhafter Drummer.

In der Playlist sind 5 Titel des Trio-Albums, 4 Titel des o.g. Headhunters-Albums, und ein Titel vom Herbie Hancock Album “Thrust”.

Hier kommt noch der Titel “Midnight Is A Lonely Heart” als Video:

Und noch ein Video, Bildquali scheißegal, in dem Paul Jackson zusammen mit Mike Clark unterschiedliche Timing Varianten von Grooves erklären. PJ erwähnt kurz den Begriff “Pocket”, und ich könnte mir vorstellen, dass das auch wieder ein bisschen Licht auf das “Pockets” von “Scary Pockets” wirft …

Und hier noch der Link zum Post “But Goldies”, in dem ihr ein Video von Herbie Hancock und den Headhunters von 1975 findet. Natürlich mit Paul Jackson am Bass!

But Goldies

Die Bildqualität ist doch schon ein bisschen seeeehr angestaubt, aber die Soundqualität ist überraschend gut bei diesem Konzert aus den 70ern. Und die Qualität der Musik hat über die Jahre schomma gar nicht gelitten.

Herbie Hancock ist totaaaal bedröhnt (siehe seine Ansage bei 28:50), was wohl nicht nur von der Musik kommen mag. Herbie hat ja in seinem Leben einige Genres in seine Musik integriert, und daraus neue Sub-Genres geschaffen. Wie es aussieht auch eines das ich mal Stoner-Funk nennen würde.

Die Kameraleute bzw. die Bildredaktion hatte bestimmt auch mitgeraucht.

Funkmäßig würde ich aber mal behaupten, dass der Herbie ohne seine Headhunters schon relativ aufgeschmissen wäre.


Nicht ganz so alt, bzw. 20 Jahre jünger, ist das Konzert von Joe Zawinul mit Trilok Gurtu.
Bildquali nochmal nen Tick schlechter, Bild und Ton nicht ganz synchron, aber dafür ist die Tonqualität ganz in Ordnung. 90er Jahre Fernsehsound halt.

Musikalisch find ich’s ziemlich klasse, und hier kriegt man Songs zu hören, die es halt sonst nirgends gibt. Ich hatte sellamohls eine CD der beiden, die klang doch wesentlich steriler als dieses Konzert.


Aus 1987 stammt dieser Ausschnitt von einem Miles Davis Konzert, Tutu, dem Signature-Song aus den späten Jahren von Miles. Komponiert von Marcus Miller, der lange Musical Director bei Miles war, und der am Bass mehr als adäquat ersetzt wird von Darryl Jones, der, bevor er beschlossen hatte, seinen Lebensabend als Wanderbassist der Rolling Stones zu verbringen, ein richtig ernst zu nehmender Bassist war.

Übrigens war Foley in seiner Zeit bei Miles Davis immer als “Lead Bassist” geführt, was hauptsächlich darauf zurückzuführen war, dass er einen Bass mit Gitarrensaiten bespannt hatte. Was er gespielt hat, war aber schon “Gitarrenzeugs”. Mir hat das immer gut gefallen, ich fand, dass sein Sound besonders weich war, auch vom Anschlag her. Ist aber vielleicht halt seine Spielweise.


End of Goldies und Abbitte:

Das mit dem Lebensabend von Darryl Jones war natürlich etwas polemisch übertrieben, weil er ja auch noch andere Sachen macht, etwa mit Jean-Paul Bourelly (ex Defunkt) und Will Calhoun (ex Living Colors) wie in folgendem Ausschnitt zu sehen …

… oder hier zu hören ist, mit den 3 Brave Souls.

Just for fun

The Main Squeeze. Schon wieder.

Irgendwie hab ich einen Narren an denen gefressen.
Das Piranha-Video hab ich schon mal vor 4 Wochen mit großem Vergnügen geguckt, und als ich jetzt noch das “Making of” entdeckt, und dabei gesehen habe dass es vom gleichen Pool noch ein Video gibt mit Hendrix’ Voodoo Child, da war klar: this is a post.

Ich find dass die Band irgendwie saugut zusammen funktioniert. Und die Coverversionen haben genug Schmackes, dass sie wunderbar neben den Originalen Platz haben, ohne ihnen ihren Platz streitig zu machen. Dass der Gitarrero kein Hendrix ist, steht außer Frage. Aber genügend Dampf und Thrill hattas. Und die Bass Parts, find ich, schieben ordentlich voran.
Piranha ist übrigens keine Coverversion.

Der Sänger heißt übrigens Corey Frye. Neulich hatten wir ja schon einen Cory Wong und einen Cody Fry. Wie soll man sich die Namen merken und auseinander halten?

Die folgende Nummer kam schon in der Monatsplaylist September vor. Ist auch was Eigenes und keine Coverversion.

Vielleicht gefällt mit Main Squeeze auch deshalb so gut, weil mich die Frisur des Gitarristen an meine Jugend erinnert.
Guggsdu:

Deitch good!

Die Nummer “Egyptian Secrets” des Adam Deitch Quartetts (aus der Oktober Playlist) hab ich mit großem Vergnügen schon öfter gehört, und auch die gleichnamige CD gefällt mir stellenweise ganz gut.

Bei manchen Titeln, genauer gesagt bei dreien, sind Gitarrenparts zu hören, die, gibbsjaned, nur von einem stammen können: von John Scofield.
Und es ist!

Das war aber nur die halbe Überraschung beim Adam Deitch Quartett. Die andere ist, dass Adam Deitch himself der Drummer von Lettuce ist, die ich hier schomma vorgestellt hatte >>>

Hätte man vielleicht hören können.

Aber wiebidde kommt denn da eine Verbindung zu John Scofield zustande?
Rhetorische Frage, denn wenn man die Liner Notes von Scofields CD “Überjam Deux” liest, dann findet man da bei sieben Titeln Adam Deitch an den Drums. (Bei den restlichen vier Titeln trommelt übrigens Louis Cato, der hier und hier schomma hier aufgetaucht ist.)

Adam Deitch stellt übrigens das gesamte Doppel-Album seines Quartetts auf seinem YouTube Kanal bereit:

Mir persönlich gefallen “Progressions” und “Art Bar” mit am besten.
Nicht verpassen: Mr. Clarks Message, nur ein Anrufbeantwortermitschnitt, auf dem Mike Clark seineszeichens und seinerzeit Drummer bei Herbie Hancocks Headhunters, der Deitch zu seiner Musik gratuliert.

Hier noch zwei Live Mitschnitte des Adam Deitch Quartetts. Bei Art Bar vermisse ich John Scofield.

Auf YouTube findet man noch ein paar wenig geguckte Videos von Lettuce-Auftritten, bei denen John Scofield mitspielt. Mir gefällt’s.

Und hier nomma kurz das Video, in dem Mike Clark seinen “Actual Proof” Groove erklärt:

Kopfsalat

… is the name of this band.
Der Killertitel von Lettuce, der in keiner Party-Playlist fehlen darf, ist ohne Zweifel “Do It Like You Do”, und zwar in der Fassung von der CD “Fly”.

Lettuce hat viele interessante Sachen gemacht, darunter auch das ambitionierte Miles Davis Tribute Album “Witches Brew” (von dem der untere Titel “Jean Pierre” stammt), aber so richtig springt der Funke bei den meisten Sachen nicht auf mich über.
Jean Pierre find ich ziemlich ansprechend, weil sie’s eher in dem behäbigen Tempo spielen wie seinerzeit Miles Davis, und nicht so aufgedreht wie Marcus Miller, der den Titel ja für Miles Davis geschrieben hatte. Aber da gehen die Geschmäcker ja eh auseinander.

Die Sachen, die man bei YouTube findet, haben teils eine bestechende Dynamik. Live halt. Es gibt mehrere ganze Konzerte bei YouTube, die ich selber aber auch noch nicht gesehen hab – guggstdu

Hier mal zwei Videos, die jede Party beleben.

Und der Vollständigkeit halber (und für die, die Spotify nicht nutzen) hier noch die Live-Version von “Do It Like You Do”: